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43 verschwundene Studenten: Mexikanische Demonstranten legen Brände in Parlamentsgebäude

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43 verschwundene Studenten: Mexikanische Demonstranten legen Brände in Parlamentsgebäude

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Der Fall der 43 vermissten Lehramtsstudenten sorgt für wachsenden Unmut in der mexikanischen Bevölkerung. Im Bundesstaat Guerrero, wo Ermittler inzwischen Dutzende verdächtige Politiker, Polizisten und Gangmitglieder festgenommen haben, schlug die Wut nun in Gewalt um.

Aufgebrachte Demonstranten brachen in das Parlamentsgebäude sowie ein Gebäude des Bildungsministeriums der Hauptstadt Chilpancingo ein und legten mehrere Brände. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt.

Die Randalierer werfen der Obrigkeit Korruption und der Justiz mangelnde Ernsthaftigkeit bei der Aufklärung vor.

Laut ihrem vorläufigen Bericht geht die mexikanische Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Studenten ermordet, verbrannt und dann auf einer Mülldeponie verscharrt und in einem Fluss versenkt wurden.

Für Misstrauen und Spannungen sorgt dabei auch eine Einschätzung unabhängiger argentinischer Ermittler: Sie geben an, die gefundenen sterblichen Überreste stammten nicht von den Studenten.

Der Fall hat sich zu einer schweren Krise für Präsident Enrique Pena Nieto entwickelt, der vor zwei Jahren mit dem Versprechen angetreten war, in Mexiko für Recht und Ordnung zu sorgen.

Der eskalierenden Gewalt im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität und dem Kampf des mexikanischen Staats gegen Drogenkartelle sind seit 2007 bis zu 100.000 Menschen zum Opfer gefallen.