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Rom: Anwohner greifen Flüchtlingsheim an

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Rom: Anwohner greifen Flüchtlingsheim an

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In Rom hat die Polizei nach erneuten Auseinandersetzungen zwischen Anwohnern und Bewohnern eines Flüchtlingsheims mit der Evakuierung des Gebäudes begonnen. Die Unterkunft, in der etwa 70 Menschen lebten, ist dem Bürgermeister Roms zufolge schwer beschädigt. Das Flüchtlingsheim in dem Arbeiterstadtteil Tor Sapienza ist seit Tagen Ziel von Angriffen der Anwohner.

“Wir haben hier ohnehin schon viel Kriminalität”, so eine Anwohnerin, “und jetzt kommt noch die Kriminalität aus dem Ausland dazu, es reicht. Gewalt und Raub am helllichten Tag, sie verprügeln unsere Leute, wenn die aus dem Bus aussteigen.”

Italienischen Medien zufolge wurden zunächst nur etwa 40 minderjährige Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Doch es müsste mehr getan werden, so Carlotta Sami vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR: “Die Verantwortlichen kümmern sich nicht und sind nicht dazu bereit, sich anzusehen, was wirklich passiert. Es gibt kein Integrationsprojekt, dass den Flüchtlingen und den Anwohnern wirklich helfen würde.”

Die römische Staatsanwaltschaft hat italienischen Medien zufolge ein Verfahren zur Untersuchung der Vorfälle eingeleitet. Einige der Angreifer gehörten vermutlich rechtsextremen Gruppen an.