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Todesfälle nach Massensterilisierung: Demonstranten fordern Rücktritt indischer Politiker

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Todesfälle nach Massensterilisierung: Demonstranten fordern Rücktritt indischer Politiker

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Nach dem Tod von mindestens zehn Frauen in Folge einer Massensterilisierung haben hunderte Demonstranten in der indischen Stadt Raipur den Rücktritt ranghoher Politiker gefordert.

Mehr als ein Dutzend weitere Frauen, die die Prozedur im Rahmen der selben Aktion hatten vornehmen lassen, klagen über ernste Beschwerden.

Menschenrechtler und Experten halten ungenügende medizinische Standards und schlechte hygienischen Zustände in den genutzen Räumen für die Ursache. Auf sogenannten “Familienplanungscamps” in ländlichen Regionen werden die Sterilisierungen mehrmals im Jahr angeboten, die Prozedur dort im Akkord durchgeführt.

Die Protestierenden geben dem Gesundheitsminister und dem Regierungschef des Bundesstaates Chhattisgarh nun einen Mitschuld an dem Skandal.

Die Regierung des Bundesstaates hat inzwischen vier Offizielle entlassen und eine Untersuchung angekündigt. Die Todesfälle bringen auch den indischen Premierminister Narendra Modi in Zugzwang. Er hatte bei seiner Wahl angekündigt, das Gesundheitssystem zu reformieren.

Zwischen 2013 und 2014 wurden in Indien nach Regierungsangaben rund vier Millionen Sterilisierungen durchgeführt.