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Weltraumpremiere mit Zitterpartie: ESA-Forscher setzen Minilabor auf Kometen ab

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Weltraumpremiere mit Zitterpartie: ESA-Forscher setzen Minilabor auf Kometen ab

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Ein schwaches Funksignal aus dem All brachte um kurz nach 17 Uhr MEZ die erhoffte Bestätigung im Darmstädter ESA-Kontrollzentrum: Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ist ein Modul auf einem Kometen gelandet. Noch aber steht “Philae” nicht ganz auf festen Füßen.

Zehn Jahre, acht Monate und zehn Tage nach dem Raketenstart hatte sich das Minilabor am Mittwoch von der Raumsonde Rosetta gelöst und den Abstieg begonnen, hinunter zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko – kurz “Tschuri”.

Dann aber noch einmal Aufregung: Zwei Harpunen, mit denen das Labor an den Eisbrocken geklammert werden sollte, lösten nicht aus, auch eine Andruckdüse funktioniert nicht. Schwerkraft gibt es auf dem Kometen kaum.

Der genaue Zustand und die Folgen für die Mission sind noch unklar. Die Forscher hoffen, dass die Ankerschrauben an den Landefüßen Halt gefunden haben. Philae soll auf dem Brocken unter anderem Bohrungen vornehmen.

All das passiert rund eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt, über dreimal weiter als die Sonne. Jedes Funksignal benötigt rund eine halbe Stunde Laufzeit.

Für ESA-Mitarbeiter Matt Taylor ist die Mission schon jetzt ein Erfolg: “Das zeigt, wozu wir in der Lage sind und was mit internationaler Zusammenarbeit möglich ist. Nicht nur in Europa, sondern global.”

euronews-Reporter Claudio Rosmino: “Es war nur noch ein kleiner Schritt für das Landemodul ins Eis, aber ein großer Schritt für die Forschung. Das ESA-Team hat es geschafft. Jetzt liegt es an Philae, Antworten auf Fragen zum Ursprung unseres Universums zu liefern.”