Eilmeldung

Eilmeldung

Griechen bleiben trotz Wirtschaftswachstum skeptisch

Sie lesen gerade:

Griechen bleiben trotz Wirtschaftswachstum skeptisch

Schriftgrösse Aa Aa

Es regnet in Athen, doch ökonomisch zeigen sich kleine Sonnenstrahlen – wenn auch noch zaghaft.

Die griechische Wirtschaft ist in den Sommermonaten um 0,7 Prozent gewachsen – und damit mehr als in jedem anderen Land des Euroraumes. Ein Hoffnungsschimmer nach sechs Jahren Rezession. Aufschwung in Griechenland? Von wegen, meint ein Passant:

“Wir merken davon nichts. Nur weil die das sagen, muss es nicht heißen, dass es auch stimmt. Ich hoffe, das ist der Fall, aber ich sehe davon nichts”, sagt er.

Auch hier nimmt man die Zahlen eher beiläufig zur Kenntnis: In einer Suppenküche bekommen Bedürftige eine warme Mahlzeit. Von Statistiken lassen sich die Griechen längst nicht mehr beeindrucken.

“Die Zahlen könnten falsch sein – wie auch schon in der Vergangenheit. Sie spiegeln nicht die Wirklichkeit. Die Realität besteht nicht aus Zahlen. Das sieht man an einem Ort wie diesem hier”, so eine Griechin.

Deutschland, die größte Volkswirtschaft des Euroraumes, verbuchte minimales Wachstum, das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Juli und September um 0,1 Prozent und lag damit knapp unter dem Durchschnitt in der Währungsunion von 0,2 Prozent.

“Die Zahlen sind gute Nachrichten, aber es gibt keinen Grund zur Selbstgefälligkeit. Um die Erholung zu stärken, sind weitere politische Maßnahmen nötig”, sagt Mina Andreeva, Sprecherin der Europäischen Kommission.

Sorgenkinder sind vor allem Italien und Zypern, die beide in der Rezession stecken und Negativwerte hinnehmen mussten.

Der Analyst Joe Rundle von ETX Capital meint: “Der Euroraum hat strukturelle Probleme, und die Lokomotive Deutschland kommt nicht mehr richtig von der Stelle. EZB-Chef Mario Draghi wird einen schwächeren Euro und eine höhere Inflation wollen. Wie in Japan besteht die Gefahr eines verlorenen Jahrzehnts.”

Die Europäische Zentralbank visiert eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an. Davon ist man noch weit entfernt. Nach Angaben des Europäischen Statistikamtes lag die jährliche Inflationsrate im Euroraum im Oktober bei 0,4 Prozent – vor einem Jahr waren es noch 0,7 Prozent.