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Müllcontainer werden zur Camera obscura und zu Kunst

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Müllcontainer werden zur Camera obscura und zu Kunst

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Auf den ersten Blick ist es nur ein Müllcontainer, doch auf den zweiten Blick ein Kunstwerk. Denn hinter der Fassade verbirgt sich eine Camera obscura. Das argentische Kunstkollektiv “Bazofia Estenopeica” transformiert Müllcontainer von den Straßen von Buenos Aires in sogenannte Lochkameras.

Das Resultat ist ganz anders als bei Digitalkameras, meint Natacha Ebers: “Ich arbeite auch mit Digitalkameras, aber das ist langweilig. Ich finde es interessant mit einer Kamera zu arbeiten, die nicht für mich entscheidet, wie meine Fotos aussehen werden. Hier ist das ganz anders, ich kann das Bild machen, das ich will, denn ich habe die Kamera selbst fabriziert. Die besondere Charakteristik ist dabei viel Tiefenschärfe, sehr weiche und handwerkliche Bilder. Sie haben ein anderes Wesen.”

Aus einem Alltagsobjekt wird Kunst, erklärt Méndez Brisighelli: “Wenn man auf der Straße einen Müllcontainer sieht, ist das erst mal etwas Ekliges. Niemand will ihm nahe kommen. Und besonders im Sommer, wenn es stinkt, schmeißen die Leute ihren Müll in hohem Bogen hinein, um nur nicht zu nah ran zu müssen. Bei uns ist das anders: Die Leute kommen auf die Müllcontainer zu und wollen sie sich anschauen. Ein Objekt wird umgedeutet und ist jetzt ein Kunstwerk, das man auch teilen soll.”

Die Bilder entwickelt die Gruppe in der selber gebauten Dunkelkammer. Das Trio sieht ihre Mülllochkameras als preiswerte Alternative zur oft kostspieligen und uniformierten Digitalfotografie.