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GRAVITY: So funktioniert der alpine Skiweltcup

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GRAVITY: So funktioniert der alpine Skiweltcup

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In den Alpen sind die ersten Schneeflocken gefallen. Klares Zeichen, dass der Winter kurz bevorsteht und mit ihm auch der Hauptteil der alpinen Ski-Saison. Nach der großen Eröffnung in Österreich geht es für die Slalom-Fahrer dieses Wochenende ins finnische Levi. In unserem neuen Ski-Programm Gravity erklären wir Ihnen alles über den 49. Skiweltcup, der, wie üblich vom Ski-Verband Fédération Internationale de Ski (FIS) organisiert wird. Anfangen wollen wir mit den fünf Disziplinen, um die es geht.

DIEDISZIPLINEN

Abfahrt
Zunächst einmal sind da die Abfahrtsrennen. Sie gelten als Königsdisziplin des alpinen Skis, aber auch als gefährlichste und schnellste. Abfahrtspisten sind sehr lang, mit einem Höhenunterschied von 800 bis 1000 Metern. Das Prinzip ist simpel: Man muss einfach so schnell wie möglich unten ankommen. Die besten Fahrer erreichen dabei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h.

Super-G
Ende der Achtzigerjahre kam der Super-G in die Welt. Er ähnelt der Abfahrt, aber die Strecke ist kürzer und es werden mehr Kurven um die Stöcke, die sogenannten Tore, gefahren. Daher ist der Super-G etwas langsamer als die Abfahrt. Ein anderer Unterschied: Die Fahrer lernen die Strecke erst am Tag des Wettbewerbs kennen.

Riesenslalom
Der Riesenslalom ist die Grunddisziplin des alpinen Skis, die, mit der der Nachwuchs den Skisport erlernt. Hier sind besonders die Techniker gefragt, die seit den Sechzigerjahren in zwei Läufen gegeneinander antreten. Wobei nur die besten 30 aus dem ersten Lauf einen zweiten machen können. Das Klassement ergibt sich durch die Addition der Zeiten.

Slalom
Die Regeln sind die gleichen wie beim Riesenslalom, außer, dass die Torstangen in kürzerem Abstand auf der Strecke stehen, wodurch Slalomfahrer langsamer unterwegs sind. Außerdem ist die Strecke kürzer, ein Höhenunterschied von 200 Metern reicht. Slalom kann auch nachts bei künstlicher Beleuchtung gefahren werden.

Superkombination
Bei der alpinen Kombination, bzw. der Super-Kombination, sind die ausgereiftesten Ski-Fahrer gefragt. Jeder macht ein Abfahrts- oder Super-G-Rennen und packt dann noch einen oder zwei Slalomläufer obendrauf. Für das Klassement werden auch hier die Zeiten addiert.

DIEPUNKTE

Wenn wir die Skiweltmeisterschaft, die im Februar in Colorado über die Bühne geht, einmal außen vor lassen, dann sind in diesem Winter 71 Rennen vorgesehen: 33 bei den Frauen, 38 bei den Männern. Sie finden in den Alpen, in Skandinavien und in Nordamerika statt. Die Punktvergabe ist dabei folgendermaßen geregelt. Jedes Rennen bringt dieselbe Punktzahl: 100 für den Sieger, 80 für den Zweiten, 60 für den Dritten, 50 für den Vierten und so weiter. Die 30 Besten jedes Rennens erhalten Punkte. Außer beim Weltcupfinale, das im März im französischen Méribel stattfinden soll. Dort gibt es nur für die ersten 15 Punkte.

KRISTALLKUGELNUNDFAVORITEN

In allen Disziplinen erhält der Sieger eine Kristallkugel. Der- oder diejenige mit den meisten Punkten aus allen Rennen, erhält die große Kristallkugel. Bei Abfahrt, Slalom, Riesenslalom und Super-G gibt es für den jeweiligen Sieger eine kleine Kristallkugel. Die aktuellen Titelträger der großen Kugel sind Anna Fenninger und Marcel Hirscher aus Österreich. Sie wollen den Pokal natürlich behalten.

Frauen
Nachdem Marlies Schild und Maria Höfl-Riesch ihre Karrieren beendet haben, ist nun Anna Fenninger eine der großen Favoritinnen. Sie kann gleich in vier Disziplinen ganz vorn mitfahren: bei der Abfahrt, im Super-G, Riesenslalom und der Kombination. Dasselbe gilt für ihre Rivalinnen Lara Gut und Tina Weirather. Andere Favoritinnen sind Tina Maze aus Slowenien und die US-Amerikanerin Lindsey Vonn, die hofft, wieder zu Höchstform aufzulaufen, nachdem ihr eine Knieverletzung gleich zwei Saisons ruiniert hatte. Ihre erst 19 Jahre alte Landsfrau Mikaela Shiffrin ist schon jetzt die beste Slalomfahrerin der Welt, doch fehlt es ihr in Sachen Tempo noch an Erfahrung.

Männer
Marcel Hirscher könnte der erste männliche Fahrer werden, der den Weltcup viermal in Folge gewinnt. Seine Strategie hat sich nicht geändert: Er will im Slalom und Riesenslalom so viele Punkte wie möglich abräumen. Der Franzose Alexis Pinturault verfügt über eine etwas breitere Palette, er dominiert die Kombination und den Super-G. Unangefochtener Meister des Riesenslaloms ist Ted Ligety. Aber auch Bode Miller kann hier einiges gelingen. Aksel Lund Svindal, der die vergangenen beiden Jahre hinter Hirscher landete, laboriert an einer Verletzung der Achillessehne und wird die Saison wohl verpassen.