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"Abenomics" nützen nix: Japan rutscht in die Rezession

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"Abenomics" nützen nix: Japan rutscht in die Rezession

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Schock in Japan: Die Wirtschaft des Landes ist im dritten Quartal überraschend in die Rezession gerutscht. Überraschend, weil Ökonomen eigentlich damit gerechnet hatten, dass sich die Konjunktur nach einem Einbruch im zweiten Quartal jetzt wieder erholen würde. Dabei hatten die Experten den weiterhin schwachen Konsum der Verbraucher durchaus eingepreist. Allerdings täuschten sie sich bei den Investitionen. Die kamen am Ende wesentlich schwächer daher, als erwartet. Auch die Exporte entwickelten sich nicht so stark, wie erhofft.

Im zweiten Quartal dieses Jahres ging es wegen einer Mehrwertsteuererhöhung um 7,3 Prozent nach unten. Dann, unerwartet, die 1,6 Prozent Minus im dritten Quartal, und zwei Quartale nacheinander im roten Bereich sind eine Rezession.

Die nach Japans Regierungschef Shinzo Abe “Abenomics” genannte Wirtschaftspolitik greift also nicht, wie gewünscht. Abe überlegt nun, Neuwahlen abzuhalten, um zu sehen, ob seine Politik genug Rückhalt hat.

Eine für kommendes Jahr geplante weitere Anhebung der Mehrwertsteuer von derzeit 8 auf 10 Prozent wird Abe wahrscheinlich verschieben. Japans Volkswirtschaft ist die drittstärkste weltweit.

Das Land steckte viele Jahr in einer gefährlichen Spirale aus schrumpfenden Preisen und Wachstumsschwäche – einer Deflation. Diesen Kreislauf wollen Premier Shinzo Abe und Notenbankchef Haruhiko Kuroda mit Konjunkturprogrammen und einer ultralockeren Geldpolitik durchbrechen. Die Maßnahmen sind umstritten.