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Der "deutsche" Präsident soll es richten: Hoffnungen auf politischen Wandel in Rumänien

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Der "deutsche" Präsident soll es richten: Hoffnungen auf politischen Wandel in Rumänien

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Nach dem überraschenden Sieg des bürgerlichen Politikers Klaus Iohannis bei den Präsidentschaftswahlen in Rumänien ist die Hoffnung auf einen politischen Wandel groß. Er erhielt den Auszählungen fast aller Stimmen zufolge mehr als 54 Prozent der Stimmen. 25 Jahre nach dem Ende des Ceausescu-Regimes sei dieses Ergebnis ein Sieg der Demokratie, so Experten und Medien.

Der deutschstämmige Iohannis gilt als Saubermann im Kampf gegen die Korruption. Das Parlament müsse ein geplantes Amnestie-Gesetz für korrupte Politiker aufgeben, so der designierte Präsident heute. Er wolle beweisen, dass Rumänien ein zuverlässiger Partner sei: “Ich glaube, dass dieser Sieg unsere Beziehungen mit unseren traditionellen Partnern festigt, mit den Vereinigten Staaten, der NATO, der Europäischen Union. Sicher wird er auch zu mehr Sicherheit in unserer Region beitragen.”

Iohannis Rivale, Ministerpräsident Victor Ponta, wird eine Förderung der Korruption vorgeworfen. Er solle nach der Wahlschlappe zurücktreten, das fordern inzwischen auch Politiker seiner eigenen Partei. Der Regierungschef kündigte jedoch an, im Amt bleiben zu wollen: “Das Volk hat immer Recht. Ich habe Herrn Iohannis angerufen und ihm zu seinem Sieg gratuliert. Solange wir in staatlichen Positionen arbeiten, werden wir unsere Pflichten für das Land erfüllen.”

In Bukarest und vielen anderen Städten hatten Tausende gegen Ponta protestiert. Sie fürchten unter anderem eine Beeinflussung der Justiz. Iohannis dürfte vor allem von der mit 62 Prozent vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung profitiert haben.