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Griechenland: Demonstranten erinnern an alte und neue Kämpfe

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Griechenland: Demonstranten erinnern an alte und neue Kämpfe

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Eigentlich ist es ein Gedenkmarsch: Auf den Tag genau vor 41 Jahren schlug die griechische Militärregierung einen Studentenaufstand nieder. Die etwa zehntausend Demonstranten in Athen haben den Jahrestag jedoch nicht nur zur Besinnung auf die Vergangenheit genutzt. Auch am 17. November 2014 wollen sie sich wieder gegen die Regierung wehren. “Es hat schon fast Tradition, dass sich die Gedenkmärsche zum Studentenaufstand 1973 in einen Protest gegen die aktuelle Politik der Regierung verwandeln”, so euronews-Korrespondent Stamatis Giannisis. “Nach fast fünf Jahren strenger Sparpolitik und hoher Arbeitslosigkeit nutzen die Demonstranten die Möglichkeit, um ihren Unmut über die Wirtschafts- und Sozialpolitik der konservativ-sozialistischen Koalition zu zeigen.”

Der Aufmarsch, zu dem Gewerkschaften und linke Parteien aufgerufen hatten, wurde von einem großen Polizeiaufgebot begleitet. Teilweise kam es zu Ausschreitungen. Bereits in der vergangenen Woche gab es vor der Technischen Universität Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Studenten. Der 17. November ist für viele ein Tag des zivilen Ungehorsams. “Wir müssen den Kampfgeist dieses Tages gemeinsam aufrechterhalten und nicht jeder für sich gedenken”, so eine Studentin.

“Die Ereignisse von 1973 sind zeitlos”, sagte ein älterer Mann. “Sie haben uns gelehrt, dass die einzigen Kämpfe, die wir verloren haben, diejenigen sind, die wir nicht gekämpft haben.”

Wie in jedem Jahr zogen die Demonstranten auch an diesem Jahrestag vor die US-Botschaft. In Griechenland arbeitende CIA-Mitarbeiter hatten von den Putschplänen der antikommunistischen Offiziere gewusst, die sich sieben Jahre an der Macht hielten.