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#MyDressMyChoice: Protest gegen sexuelle Gewalt in Nairobi

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#MyDressMyChoice: Protest gegen sexuelle Gewalt in Nairobi

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In Nairobi haben mehrere hundert Menschen für die bessere Verfolgung sexueller Gewalt protestiert. Anlass für die Demonstration unter dem Motto #MyDressMyChoice - deutsch: “Mein Kleid, meine Entscheidung” – waren mehrere Angriffe auf Frauen in vermeintlich ungehöriger Kleidung in Mombasa und Nairobi. In der kenianischen Hauptstadt hatte eine Gruppe Männer in der vergangenen Woche eine Frau auf offener Straße ausgezogen. Ein Video von der Tat kursierte anschließend im Netz.

“Verhaftet diese Leute”, fordert der Aktivist Boniface Mwangi. “Sie sind Kriminelle. Jede Person, die diese Frau angefasst hat, sollte verhaftet und wegen sexueller Delikte angeklagt werden. Das war sexuelle Nötigung.”

“Zieht euch was an”, fordert hingegen eine deutlich kleinere Menge aus Gegendemonstranten. Auch auf Twitter gibt es eine Gegenbewegung. Unter dem Hashtag #NudityIsNotMyChoice - deutsch: “Nacktheit ist nicht meine Wahl” – fordern User “würdevolle Kleidung”.

Auch Ulda Akinyi denkt, dass gewalttätige Übergriffe auf Frauen die richtige Antwort auf das Zeigen von nackter Haut seien: “Es gehört sich nicht, in Gegenwart von Männern kurze Röcke zu tragen, das ist, als wenn diese Frauen nackt wären. Man sollte ihnen eine Lektion erteilen und sie schlagen.”

Vize-Präsident William Ruto und Strafverfolgungsbehörden verlangten die Verhaftung der Angreifer von Nairobi. Das Opfer wurde dazu aufgefordert, eine Aussage bei der Polizei zu machen. Aktivisten beklagen, dass sexuelle Gewalt und Angriffe auf Frauen oft ungestraft bleiben.