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Tschechien: Rote Karte für den Präsidenten

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Tschechien: Rote Karte für den Präsidenten

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In Tschechien haben Tausende Menschen der “Samtenen Revolution” von vor 25 Jahren gedacht. Überschattet wurde das Gedenken durch massive Proteste gegen Präsident Milos Zeman.

Rund 5000 Menschen zeigten ihm in der Hauptstadt Prag die Rote Karte. Sie protestierten damit gegen Zemans russland-freundliche Haltung.

Ein Demonstrant sagte: “Nach 25 Jahren denke ich, sollten die gegenwärtigen Politiker abdanken und durch die neue Generation ersetzt werden.”

Die Rede des Präsidenten wurde durch ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert übertönt. Auf Transparenten stand u.a. “Wir wollen keine russische Kolonie sein”. Zudem wurde Zemans Rücktritt gefordert.

Zeman sagte seinen Kritikern, er habe keine Angst vor ihnen, so wie er auch 1989 als Bürgerrechtler keine Angst gehabt habe. Er war im vergangenen Jahr durch Direktwahl Präsident geworden. Rund fünfzig Prozent der Wähler unterstützen seinen Kurs auch weiterhin.

Der deutsche Bundespräsident Gauck nahm ebenfalls an den Feierlichkeiten in Prag teil, gemeinsam mit den Präsidenten der Slowakei, Ungarns und Polens.

Zusammen gedachte man der Studentenproteste vom 17. November 1989, dem Beginn der Samtenen Revolution.