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Dutzende Todesopfer im Kongo: Human Rights Watch prangert Polizei an

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Dutzende Todesopfer im Kongo: Human Rights Watch prangert Polizei an

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Im Zusammenhang mit dem Vorgehen gegen Bandenkriminalität haben Menschenrechtler schwere Vorwürfe gegen die Polizei im Kongo erhoben.

Laut der Organisation Human Rights Watch haben Sicherheitskräfte im Rahmen der sogenannten “Operation Likofi” zwischen November vergangenen Jahres und Februar mindestens 51 Jugendliche getötet.
Weitere 33 junge Männer seien spurlos verschwunden.

Ida Sawyer von Human Rights Watch:

“Die Polizei durchkämmte in Kinshasa ein Viertel nach dem anderen auf der Suche nach Mitgliedern der Kaluna-Bande. Dabei wurden auch Unschuldige ins Visier genommen, die nichts mit Bandenkriminalität zu tun haben. Junge Männer und Jugendliche zerrten sie aus ihren Häusern und verprügelten sie. Viele wurden vor ihrer Familie und den Nachbarn erniedrigt. In einigen Fällen wurden Opfer erschossen.”

Die Operation “Likofi” – zu deutsch “Faustschlag” – bezeichnete Human Rights Watch als eine brutale Polizeikampagne, die eine Spur kaltblütiger Morde nach sich zog. Ziel sei die Einschüchterung der Bevölkerung gewesen.

Die Mutter eines verschwundenen Kongolesen erklärte, ihr Sohn sei vor über einem Jahr verschleppt worden und nicht wieder aufgetaucht.

Für ihren Bericht hatten die Menschenrechtler rund 100 Zeugen und Angehörige von Opfern befragt.

Nach Angaben von Human Rights Watch hatten die meisten der Opfer nichts mit den ihnen vorgeworfenen Verbrechen zu tun. Keiner der jungen Männer sei eine Bedrohung gewesen, die die tödlichen Schüsse der Polizei rechtfertigen würde.

Die kongolesische Regierung kommentierte die Vorwürfe zunächst nicht.