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Filmfestival in Tallinn öffnet mit "Warsaw 44"

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Filmfestival in Tallinn öffnet mit "Warsaw 44"

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Wenn die baltischen Nächte lang und länger werden, feiert Tallinn sein Dark Nights Film Festival. Die diesjährige 18. Ausgabe zeigt mehr Premieren denn je. Das Filmfest wurde vom internationalen Filmproduzentenverband in die Liste der FIAPF-akkreditierten Festivals mit internationalem Wettbewerb aufgenommen. Das öffnet Türen für noch mehr Filme und Premieren, meint Festivaldirektorin Tiina Lokk, die den Einzug in die A-Klasse selbst noch gar nicht richtig fassen kann.

“Ganz ehrlich, bis zur letzten Sekunde glaubte ich nicht, dass wir es schaffen würden! In diesen Kreis einzuziehen erschien mir völlig unrealistisch. Doch dann bekamen wir Ende August grünes Licht.”

Den Zuschauer erwartet ein reicher Kino-Marathon. Zwei Wochen dauert das Festival in Tallinn mit breit gefächertem Wettbewerb, vielen Nebenreihen, internationalen und europäischen Premieren. Im Fokus steht diesmal das Filmland Polen.

Als Eröffnungsfilm lief denn auch ein polnischer Beitrag “Warschau 44”. Der Film von Jan Komasa schildert in äußerst realistischen, packenden Bildern, wie eine Gruppe junger Menschen den Aufstand gegen die deutschen Besatzer erlebt.

Der Streifen erschien zum 70. Jahrestag des Warschauer Aufstands und ist in Polen ein Kassenhit. Acht Jahre brauchte der Regisseur, um das Projekt zu realisieren, brachte nebenbei sein Leinwand-Debüt “Suicide Room” und den Dokumentarstreifen “Warsaw Uprising” heraus.

Mit gerade mal 33 Jahren hat Komasa einen der teuersten polnischen Filme gedreht, auf eine sehr persönliche, moderne Weise, vollgepackt mit Spezialeffekten. Wie erklärt er sich den Erfolg?

“Alle in Polen haben darauf gewartet, dass dieser Film endlich erscheint, gerade, weil es ein Film über den Warschauer Aufstand ist, ist es auch ein kontroverses Thema.
Die Geschichte des Warschauer Aufstands drehte sich von Anfang um den Kampf um Freiheit und Würde. Und wenn man zurückschaut, welche Themen von Filmen aufgegriffen werden, sind es oft diese Art von Themen, die sich um den Kampf um Freiheit drehen. Darum geht es in der Bibel, darum geht es in ‘Star Wars’, in ‘Avatar’ und in ‘Pocahontas’. Es gibt rebellische Kräfte und es gibt das, wogegen sie kämpfen.”

Das Tallinner Filmfestival geht bis zum 30. November. Neben dem Wettbewerbsgramm sind unter anderem internationale Anwärter auf den Auslands-Oscar sowie ein Sonderprogramm zum Thema 25 Jahre Mauerfall zu sehen.