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Rumänien: Außenminister tritt nach nur einer Woche Amtszeit zurück

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Rumänien: Außenminister tritt nach nur einer Woche Amtszeit zurück

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“Wir wollen wählen” – das hatten die Auslandsrumänen lautstark gefordert, die am Sonntag vor der Botschaft in Turin und in vielen anderen europäischen Städten Schlange standen, um einen neuen Präsidenten zu bestimmen. Doch trotz stundenlangen Wartens konnten viele ihre Stimme nicht abgeben. Außenminister Teodor Melescanu hat daraus jetzt die Konsequenzen gezogen und seinen Rücktritt bekanntgegeben. Rumäniens neu gewählter Staatspräsident Klaus Iohannis hatte Melescanu insbesondere vorgeworfen, dass es vor den Botschaften zu Tumulten kam.

“Ich bedauere es, was sich bei der zweiten Runde der Wahlen abgespielt hat”, so Melescanu. “Ich möchte mich gerne bei allen im Ausland lebenden rumänischen Bürgern öffentlich dafür entschuldigen, dass sie lange Schlange stehen mussten um zu wählen.”

Melescanu war nur eine Woche im Amt. Sein Vorgänger war
aus demselben Grund zurückgetreten. Auch im ersten Wahlgang gab es Probleme mit den Auslandsstimmen. Kritiker warfen der sozialistischen Regierung vor, die Abstimmung absichtlich erschwert zu haben, weil die Auslandsrumänen eher nicht links wählen. Regierungschef Victor Ponta war bei der Stichwahl am Sonntag der Kontrahent Iohannis’.

Der designierte Präsident kündigte unterdessen an, Pontas Regierung im kommenden Jahr zu kippen. Parlamentswahlen sollen eigentlich erst 2016 stattfinden. Iohannis ist derzeit Chef der Nationalliberalen Partei.