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Schlechtes Olivenjahr im Süden Europas

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Schlechtes Olivenjahr im Süden Europas

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Die Olivenhaine im Süden Portugals bereiten ihren Besitzern derzeit große Sorgen. Denn die Ernte fällt geringer aus, als im Vorjahr, was auch heißt: Das Olivenöl wird weniger, aber dafür teurer. Der Grund: Der Frühling war zu heiß, der Sommer zu kalt und feucht, und dann setzte den Oliven auch noch den Befall durch Olivenfliegen zu. Die Züchter ernten nun so früh wie möglich, um die Schäden gering zu halten.

Der Olivenbauer Álvaro Labella Quesada sagt: “Das hier ist die Folge eines Insektenstichs, der dann zur Entwicklung eines Wurms in der Olive führt, der sich durch das Fruchtfleisch frisst. Dadurch fallen die Oliven früher ab und sie ergeben ein schlechteres Olivenöl.”

Nicht nur Portugal, auch andere Mittelmeerländer wie Spanien, Frankreich und Italien sind betroffen. Ein weiterer Schlag für die ohnehin angeknackste Wirtschaft dieser Länder. Mehr als 70 Prozent des weltweit vertriebenen Olivenöls stammen aus dieser Gegend Europas.

Pietro Sandali, Chef der Genossenschaft Unaprol, sagt: “Dieses Jahr wird entweder als das Jahr in Erinnerung bleiben, das es nicht noch einmal geben darf, oder man vergisst es einfach. Es ist das schlechteste Jahr, an das ich mich erinnern kann.”

Auch in Spanien verhinderte der zu heiße Frühling ein rechtzeitiges Blühen der Bäume. Außerdem waren viele von ihnen noch von der sehr guten Ernte des Vorjahres ausgelaugt. Viele Ölhändler bereiten sich bereits auf geringere Einnahmen vor.

Der Olivenölverkäufer Mariano Villanueva erklärt: “Wir haben versucht, die Gewinnmarge zu senken, die wir derzeit haben. Wir wollen die Qualität zum mehr oder minder vorherigen Preis beibehalten.”

In Griechenland immerhin ist die Produktion gestiegen, was der Verteuerung etwas entgegenwirkt, und von außerhalb der EU scheint unter anderem aus Tunesien mehr Öl auf den Markt zu gelangen, als vergangenes Jahr.