Eilmeldung

Eilmeldung

Freispruch für Schweizer Milliardär im Asbest-Prozess

Sie lesen gerade:

Freispruch für Schweizer Milliardär im Asbest-Prozess

Schriftgrösse Aa Aa

Überraschende Wende im italienischen Asbest-Prozess: Das Oberste Gericht in Rom hat das Urteil gegen den Milliardär Stephan Schmidheiny wegen Verjährung aufgehoben. Der Unternehmer war im vergangenen Jahr für den Tod von rund 3.000 Arbeitern und Anwohnern der italienischen Eternit-Werke verantwortlich gemacht worden.

Das neue Urteil wurde mit Empörung aufgenommen. Die Angehörigen der Opfer verlieren nun alle Schadensersatzansprüche. Ein Betroffener erklärte: “Das hat uns wirklich alle überrascht. Man fühlte sich wie in einem Theaterstück, alles war bereits entschieden und gesagt, man lachte sogar.”

Eine Angehörige eines brasilianischen Opfers erklärte: “Dieses Urteil ist wie eine Amnestie. Italien wollte ein Exempel statuieren und nun sagen sie uns, dass Schmidheiny ein freier Mann ist und gegen ihn keine Vorwürfe mehr vorliegen?”

Das Urteil im vergangenen Jahr lautete noch: 18 Jahre Haft und eine Entschädigungszahlung in Höhe von 90 Millionen Euro.

Im Mittelpunkt des Skandals stand die Asbestverarbeitung in vier italienischen Werken, die dem Schweizer Milliardär gehörten. Die Faser Asbest gilt offiziell als krebserregend.