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Ungarn macht ausländischen Supermarktketten das Leben schwer

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Ungarn macht ausländischen Supermarktketten das Leben schwer

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Ungarns Regierung hat ein Gesetz vorgeschlagen, das offenbar vor allem ausländische Supermarktketten schwer benachteiligen könnte. Nachdem bereits die Gebühren für Lebensmittelkontrollen teils massiv erhöht wurden, soll nun eine neue Regelung für die Gewinne her. Ab 2018 sollen alle Einzelhändler mit einem Jahresumsatz von umgerechnet mehr als 163 Millionen Euro schließen, wenn sie zwei Jahre nacheinander keinen Gewinn machen.

Der Wirtschaftsjournalist András Mihálovits sagt: “Ganz offensichtlich sind die Handelsketten, die ungarischen Eignern gehören, gar nicht oder nicht ganz so drastisch von diesem Regierungshandeln betroffen, im Gegenteil entsteht durch dieses Vorgehen eine enorme Marktchance für sie. Es ist nachvollziehbar, dass viele ausländische Ketten unter diesen Bedingungen nicht mehr in Ungarn arbeiten wollen. Ganz einfach, weil es sich nicht lohnt. Sie könnten Ungarn verlassen.”

Die neuen Regeln sollen sich neben dem Gewinn an der Ladenfläche orientieren, wobei die Riesenmärkte der deutschen Metro, von Frankreichs Auchan oder von Tesco aus Großbritannien schlicht mehr Quadratmeter aufweisen als viele ungarische Läden. Daneben sollen die Hypershops sonntags schließen, während kleine Geschäfte weiter verkaufen dürfen.

Das Gesetz des Wirtschaftsministers soll ungarische Einzelhändler davor schützen, zu große Marktanteile zu verlieren. Große Ketten könnten sich Verluste leisten, hieß es. Tesco und Co., die auch zu den größten Arbeitgebern des Landes gehören, sagten, man werde den Vorstoß der Regierung prüfen. Die der Regierung nahestehenden ungarischen Ketten wie CBA und Coop begrüßen den Vorstoß offenbar.