Eilmeldung

Eilmeldung

Welches EU-Land vergibt die meisten neuen Pässe?

Sie lesen gerade:

Welches EU-Land vergibt die meisten neuen Pässe?

Schriftgrösse Aa Aa

Ein Viertel aller neuen EU-Pässe werden von Großbritannien ausgestellt, das geht aus der neuen Eurostat-Statistik hervor.

London hat 193,900 Personen in die EU aufgenommen – das sind 24 Prozent aller neuen Pässe, die in den 28 EU-Staaten 2012 vergeben wurden.

Ingesamt wurden 818,000 Menschen neue EU-Bürger – die meisten von ihnen waren Marokkaner oder Türken.

Die neuen Zahlen die die EU-Kommission veröffentlicht hat, belegen auch signifikante Veränderungen in Irland, Ungarn und Schweden..

GROSSBRITANNIEN

Die neuen britischen Pässe erreichten 2012 – mit 193 900 – die zweithöchste Zahl des Jahrhunderts.

94% der neuen Briten kamen aus Staaten außerhalb der EU.

Carlos Vargas-Silva, der Chef des Migration Observatory at Oxford University, sagte, die hohe Zahl der britischen Pässe erkläre sich durch das Commonwealth.

“Der Hintergrund der Zahlen sind die britische Kolonialgeschichte und die neue Immigrations- und Integrationspolitik – die meisten neuen britischen Bürger kommen aus Commonwealth Staaten – vor allem aus Indien und Pakistan.”

“Viele der Leute aus diesen Ländern haben Verwandte und Bekannte und sind in Großbritannien bereits vernetzt durch die langjährigen Beziehungen der Commonwealth Staaten untereinander. Deshalb gibt es in Großbritannien mehr Immigration aus diesen Staaten als in den anderen EU-Ländern.”

Die Zahlen stützen Vargas-Silvas These – etwa 15 Prozent aller neuen britischen Pässe wurden 2012 an Inder vergeben, 9,5% an Pakistaner, 4.6% an Nigerianer.

Die folgenden interaktiven Grafiken sind auf Englisch, aber danach geht es mit dem deutschsprachigen Text weiter.

Der Abgeordnete der europafeindlichen Partei UKIP Steven Woolfe spricht von “Massenimmigration”, vor der Großbritannien sich und seine bereits geschwächten öffentlichen Einrichtungen schützen müsse.

Eine Sprecherin des britischen Innenministeriums erklärte dagegen, die Regierung habe die Erlangung der Staatsbürgeschaft schon schwerer gemacht, alle Bewerber müssten einen Test absolvieren: einen englischen Sprach- und Verständnistest und den sogenannten “Life in the UK”-Test.

“Die hohen Zahlen aus dem Jahr 2012 sind das Resultat der unkontrollierten Einwanderung der Jahre vor 2010. Jetzt reduzieren und kontrollieren wir die Immigration und bauen ein System auf, das sowohl britischen Bürgern als auch den legitimen Migranten gegenüber fair ist und hart gegen die, die das System und die Gesetze missbrauchen wollen.”

UNGARN

In Ungarn ist die Wahl der neuen EU-Bürger ebenfalls gestiegen.

Laut Eurostat wurden 2011 insgesamt 20 600 neue Pässe ausgestellt, was einen Anstieg von 237 Prozent darstellt.

Ein neues Gesetz aus dem Jahr 2011 hat die Anforderungen zur Erlangung der ungarischen Staatsbürgerschaft vereinfacht.

2012 wurden nur noch 18 400 neue Pässe ausgegeben. Aber es war mit der Rate von 12,8 Pässen pro 100 Ausländer, die im Land leben, die höchste in der EU.

Die meisten neuen ungarischen Pässe 2012 gingen mit 78,3% an Rumänen.
Danach kommen Ukrainer mit 7,8%, Serben mit 7,2% und Slowaken 1,7%.

Seit der Reform ist es für Nicht-Eu-Bürger einfacher einen ungarischen Pass zu bekommen – die Bewerber brauchen nur Grundkenntnisse in Ungarisch und einen direkten ungarischen Vorfahren.

Die Eurostat-Zahlen beinhalten nicht die etwa 500.000 Ungarn, die außerhalb des Landes leben und sich seit der Gesetzesreform für die ungarische Staatsangehörigkeit beworben haben berichten britische Medien.

Die meisten dieser Bewerber kommen aus Nachbarstaaten wie Serbien, Rumänien, der Slowakei und der Ukraine, die bis 1920 zu Ungarn gehörten.

Allein aus Serbien wollen etwa 100,000 Menschen ungarische Staatsbürger werden, weil Serbien noch nicht Vollmitglied der EU ist. people have reportedly applied for citizenship from Serbia. The country is not yet a full member of the European Union, so getting a Hungarian passport offers citizens an early taste of its benefits.

IRLAND

In Irland ist die Zahl der neuen Pässe 2012 auf eine Rekordzahl gestiegen, seit das Land zur EU gehört: Es waren 25 000, während es 2009 nur 4 500 waren.

Sowohl Eurostat als auch Hilfsorganisationen führen die hohe Zahl darauf zurück, dass ein Rückstand an bearbeiteten Anträgen aufzuholen war.

NASC, die irische Hilfsorganisation Immigrant Support Centre, erklärt, dass zuvor Anträge auf die irische Staatsangehörigkeit wegen ganz einfacher Gründe abgewiesen wurden – seit einer Reform ist es einfacher geworden, Ire zu werden.

Der Interessenvertretung der Einwanderer Immigrant Council of Ireland zufolge mussten einige Einwanderer bis zu fünf Jahre warten, bevor eine Entscheidung getroffen wurde, was der Organisation zufolge nicht zu rechtfertigen sei.

Die Regierung in Dublin meint, dass sich die Situation entscheidend verbessert habe, seit der Reform würden 80 Prozent der Anträge innerhalb von sechs Monaten bearbeitet.

Jennifer DeWan von der Hilfsorganisation NASC erklärte in einem Gespräch mit euronews, dass die Zahl der 25.000 neuen irischen Bürger einzig und allein auf den Rückstand zurückzuführen sei. “2012 ist die Einbürgerung entscheidend reformiert worden, dadurch wurde die Zahl der erfolgreichen Bewerbungen entscheidend erhöht, und es wurden Einbürgerungszeremonien eingeführt. Dennoch gibt es weiterhin Probleme. So fehlt es an Regeln oder nachprüfbaren Kriterien für die Aufnahme sowie nur sehr wenig Transparenz.”

Eine Bewerbung kostet 175 Euros, das Einbürgerungsdokument 950 Euros. Damit liegen die Gebühren in Irland Jennifer DeWan zufolge bei den höchsten der Welt.

Aus Nigeria kommen mit 22.7 Prozent die meisten 2012 eingebürgerten Iren, danach folgen die Philippinen mit 15.3 Prozent, Indien mit 10.5 Prozen und Pakistan mit 5.1 Prozent.

SCHWEDEN

Schweden hat 2012 an Migranten 50 200 neue Pässe vergeben – das ist die höchste Zahl seit sechs Jahren. Und es sind 37,1 % mehr als 2011.

Im Vergleich zur schwedischen und zur ausländischen Bevölkerung ist es eine der höchsten Raten der 28 EU-Staaten.

5,3 neue EU-Bürger kommen auf 100 Schweden – das ist die dritthöchste Zahl in der EU hinter Luxemburg und Irland.

Auf 100 in Schweden lebende Ausländer kommen 7,8 neue Pässe – das ist der zweithöchste Anteil hinter Ungarn.

2013 haben 26,395 Menschen in Schweden einen Asylantrag gestellt.