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"In The Crosswind", ein mitreißendes Regiedebüt aus Estland

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"In The Crosswind", ein mitreißendes Regiedebüt aus Estland

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“In The Crosswind” von Martti Helde ist mit Sicherheit einer der herausragenden estnischen Filme des Jahres. In seinem Erstlingswerk befasst sich der junge Regisseur mit einem schweren Thema, der Massendeportation im Baltikum 1941.

Ein Film in Schwarz-Weiß mit einer außergewöhnlichen Form: Er erzählt das furchtbare Leid einer jungen Mutter, die nach Sibirien verschleppt wird in Standbildern, insgesamt dreizehn “Tableaux vivants”, durch die die Kamera wie in Zeitlupe hindurchzugleiten scheint. Jedes Bild brauchte zwei bis 6 Monate Vorbereitung. Dreieinhalb Jahre dauerte Dreh. Grundlage für die Geschichte waren Briefe von Verwandten und Freunden, sowie Archivmaterial.

euronews sprach mit Martti Helde auf dem Black Nights Film Festival in Tallinn über die Entstehung des Films.

Martti Helde: “Ausgangspunkt war ein Satz aus dem Brief eines Zeitzeugen, es war einer der Ersten, den ich las. Da stand: ‘Ich fühle mich, als wäre die Zeit stehen geblieben in Sibirien, als wäre mein Körper in Sibirien aber meine Seele noch daheim.

Mir wurde auf einen Schlag klar, dass ich einen Film machen wollte, in dem für alle die Zeit stehen bleibt, ich wollte, dass man dieses Gefühl der Menschen in Sibirien nachempfinden kann.

Ich wollte dem Zuschauer die Möglichkeit nehmen, sich aussuchen zu können, wohin er schauen, worauf er sich konzentrieren möchte, um dieses Empfinden nachfühlbar zu machen, das war die Ausgangsidee.”

“In the Crosswind” war bereits auf mehreren Festivals zu Gast, unter anderem in Toronto, Warschau und Mannheim. Weitere Festivalteilnahmen sind geplant.

“Cherry Tobacco” von Katrin Maimik

Ebenfalls ein Debütfilm aus Estland ist “Cherry Tobacco” – “Kirschtabak” von Katrin Maimik. Genau genommen ein Gemeinschaftsprojekt, ihr Ehemann, der Filmemacher Andres Maimik, stand ihr zur Seite.

Der Film handelt von einem jungen Mädchen aus der Provinz, das sich wie die meisten Menschen in dem Alter, furchtbar langweilt und die Zeit totschlägt.

Eine eher lustlos angetretene Wanderung durchs Torfmoor mit Joosep, einem rustikalen Naturbuschen, der eigentlich ihr Vater sein könnte, erweckt die Gefühle des Teenagers. Vielleicht die erste große Liebe.

Frage an die Regisseurin: Basiert der Film auf eigenen Erlebnissen?

Katrin Maimik: “Der Film ist natürlich eine Fiktion. Aber er enthält Details und Erlebnisse aus dem wahren Leben. Wenn man einen Film über das Verliebtsein macht, lässt man eigene Erfahrungen einfließen. Ein paar Elemente und Erlebnisse aus meinem Leben sind also mit dabei.”

“Kirschtabak” ist erst vor Kurzem in die estnischen Kinos gekommen und war auf mehreren Festivals zu Gast, unter anderem in Karlovy Vary, Cambridge und Lübeck.

Das gesamte Interview mit Martti Helde finden Sie hier: