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Ereignisreicher Tag in der Ukraine: Neue Koalition, Gedenken an Maidan-Opfer und Besuch aus USA

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Ereignisreicher Tag in der Ukraine: Neue Koalition, Gedenken an Maidan-Opfer und Besuch aus USA

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Einen Monat nach der Parlamentswahl, am Jahrestag des Beginns der Maidan-Proteste, haben sich in der Ukraine fünf proeuropäische Parteien auf eine Koalition geeinigt. Arseni Jazenjuk soll als Ministerpräsident im Amt bleiben, doch das Kabinett soll neu zusammengestellt werden. Im Koalitionsvertrag ist der Beitritt der Ukraine zur NATO vorgesehen. Am 27. November soll sich die neue Koalition zum ersten Mal versammeln und den Vertrag unterschreiben

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko empfing Joe Biden. Der US-Vizepräsident würdigte den Mut der Demonstranten der damaligen prowestlichen Proteste. Auch sprach Biden sich in Kiew für die Fortsetzung der Minsker Gespräche aus und forderte von Moskau stärkere Friedensbemühungen.

Auf dem Maidan gedachten Tausende der Opfer der Proteste, die am 21. November 2013 begannen. Die Wut einiger Angehöriger richtet sich gegen Poroschenko. Er tue nicht genug, um die Hintergründe der damaligen Gewalt aufzuklären. Eine Ukrainerin sagte euronews: “Wir bereuen nicht, dass es eine Revolution gegeben hat. Doch die Regierung darf die Opfer nicht vergessen. Wir haben sie ins Amt berufen – aber sie tun nichts für uns und die Angehörigen der Opfer.”

Das Gedenken galt auch der Opfer der sogenannten Orangenen Revolution, die vor genau zehn Jahren begann. Tausenden waren wegen des Verdachts auf Wahlfälschungen bei den Präsidentschaftswahlen auf die Straße gegangen. Die damaligen Revolutionsführer Viktor Juschtschenko und Julia Timoschenko übernahmen anschließend die Macht.

euronews-Korrespondentin Maria Korenyuk: “Die Menschen, die im November 2013 auf den Maidan-Platz gekommen sind, forderten einen Neustart der Regierung. In diesem Jahr wurde ein neuer Präsident und ein neues Parlament gewählt. Dort wurde mehr als die Hälfte der Sitze neu besetzt. Doch die Menschen warten auf radikale Reformen und die Neubesetzung hoher Ämter. Deswegen ist für viele Ukrainer die Revolution noch nicht beendet.