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Athen: Syrische Flüchtlinge treten in den Hungerstreik


Griechenland

Athen: Syrische Flüchtlinge treten in den Hungerstreik

Sie fühlen sich von der griechischen Regierung ignoriert und von der EU mit ihrem Schicksal allein gelassen: In Athen sind mehr als 150 syrische Flüchtlinge vor dem Parlament in den Hungerstreik getreten.

Seit mehreren Tagen campieren die Flüchtlinge schon. Weil die Regierung ihnen kein Asyl gewähre, sei man unter anderem skrupellosen Verbrecherbanden ausgeliefert, erklärt ein junger Mann aus Aleppo in flüssigem Englisch.

Sein Vater sei getötet worden, sein Bruder im Gefängnis. Er habe sein Haus verkauft, um 4000 Euro für die Schlepper aufzubringen. “Mein Geld ist fast aufgebraucht. Wir haben keine Aufenthaltserlaubnis, können keine Wohnungen mieten, nichts.”

“Ich will in ein anderes europäisches Land”, erzählt ein weiterer Mann, “denn hier gibt es keine Perspektive für mich, ja nicht mal für die Griechen selbst. Vor zehn Monaten bin ich als Flüchtling angekommen und habe schon mehrmals erfolglos versucht, hier wegzukommen.” Er sei unter anderem bei Einreiseversuchen in Italien und Montenegro gescheitert.

“Die einzigen Länder wo man Geld bekommt und Unterkunft, sind die europäischen Länder”, sagt eine 25-jährige Mutter aus Damaskus, deren Mann getötet wurde.

Die Zahl der Flüchtlinge aus Konfliktzonen ist auch in Griechenland in den vergangenen zwei Jahren stark angestiegen. Hatte der Grenzschutz 2012 noch gut 3000 Menschen auf dem Meer aufgegriffen, waren es dieses Jahr mehr als 17.000. Mehr als die Hälfte davon stammt aus Syrien.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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