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Biegsam und flexibel: Das Origamihaus


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Biegsam und flexibel: Das Origamihaus

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Beim Entwurf neuer Gebäude liegt der Schwerpunkt auf widerstandsfähigen Materialien und festen Fundamenten, sollte man denken. Aber die Zukunft könnte anders aussehen, weich und geschmeidig. Am spanischen Institute for Advanced Architecture of Catalonia in Barcelona experimentieren Architekturstudenten mit Formgedächtnispolymeren, also Kunststoffen, die auch nach einer extremen Verformung wieder zu ihrer äußeren Ausgangsform zurückfinden. Ihr Vorschlag ist das flexible Origamihaus.

Ece Tankal, IAAC Student: “Für die Strukturelemente suchten wir nach einem Baustoff, der sich von einem elastischen in einen festen Zustand verwandelt und stießen auf dieses neuartige Material.”

Das Origamihaus besteht aus dreieckigen Elementen, die zu einer spinnenartigen, flexiblen Struktur zusammengeschraubt werden.
Das Projekt läuft unter dem Titel “Translated Geometries’ – also gewissermaßen angewandte Geometrie.

Ramin Shambayati, IAAC Student: “Wenn wir die einzelnen Knotenpunkte erwärmen, wird das Material weich und kann gedehnt und verformt werden. Die Struktur kühlt ab und behält die gewünschte Form.”

Der Kunststoff wird mittels elektrischer Kabel erhitzt. Sobald die Temperatur 62 grad Celsius überschreitet, wird es elastisch. Die Struktur kan in alle Richtungen gedrückt und verformt werden. Und zwar mit Hilfe von Drohnen mit Kabeln an der Struktur befestigt sind und diese in die gewünschte Form ziehen, bis sich der Kunststoff gefestigt hat. Das dauert nur etwa zwei Minuten.

Areti Markopoulou, Leiterin der Forschungsgruppe: “Wir könnten unsere Häuser künftig mit uns herumtragen und an unsere jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Wenn zum Beispiel die Familie wächst und zusätzlicher Raum benötigt wird oder wenn man Schutz vor Licht oder heißen Temperaturen braucht. Unser Haus könnte sich an all das anpassen. Wir könnten es sogar in der Tasche dabei haben und bei Bedarf auseinanderfalten, um eine dreidimensionale Struktur zu erschaffen.”

In naher Zukunft wird das Origamihaus wohl nicht in unserem Alltagsleben Einzug halten. Das System könnte aber als Grundlage für den Entwurf neuartiger Gebäudestrukturen oder Fassaden dienen.

Aufblasbarer Inkubator für Krisengebiete

Als er die Bilder von syrischen Flüchtlingen und ihren Kindern in den Nachrichten sah, kam der britische Designstudent James Roberts auf eine simple aber bahnbrechende Idee: Er entwarf einen aufblasbaren Inkubator. Dieser ist nicht nur platzsparend und einfach in der Anwendung. Er lässt sich auf viel billiger herstellen, als traditionelle Inkubatoren.
Roberts Modell ist dazu in der Lage, die vitalen Funktionen des Frühgeborenen zu schützen, kostet aber nur rund 300 Euro, Herstellung und Lieferung inklusive.

James Roberts: “Es ist im Prinzip eine Wärmekammer, die man je nachdem, ob sie über einfache oder doppelte Verglasung verfügt, besser auf einem stabilen Temperaturniveau halten kann. Dieser Inkubator lässt sich, wenn man die Luft ablässt, zusammenfalten und verstauen. Das senkt die Transportkosten. Mann muss keine großen Spezialcontainer verschiffen, es reichen ganz normale Transportkisten. Das ist wesentlich billiger.”

Der aufblasbare Inkubator wurde so konzipiert, dass er auch bei schlechter Stromversorgung funktioniert. Er kann beispielsweise an eine Autobatterie angeschlossen werden. Das Projekt des jungen Designers stößt bei Hilfsorganisationen auf positive Reaktionen. James Roberts sucht nun nach Partnern für die serienmäßige Herstellung und den Vertrieb.

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