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Eidgenossen stimmen über Goldreserven ab

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Eidgenossen stimmen über Goldreserven ab

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Am 30. November stimmt die Schweiz über die Volksinitiative “Rettet unser Schweizer Gold” ab. Dabei soll entschieden werden, ob die Notenbank mindestens 20 Prozent ihrer Währungsreserven in Gold halten muss. Mitglieder der populistischen Volkspartei SVP haben die Initiative ins Leben gerufen. Ein “Ja” der Eidgenossen könnte Gold wieder beflügeln und die Nationalbank erheblich unter Druck setzen.

Dann dürfte die Schweizerische Nationalbank kein goldenes Edelmetall mehr verkaufen und müsste in den kommenden fünf Jahren mindestens 20 Prozent ihrer Währungsreserven in Gold halten. Im Moment sind es nur acht Prozent. Die SNB müsste zudem damit beginnen, ihr Gold wieder ins Land zurückzubringen. Die Schweiz verfügt über Reserven in den britischen und kanadischen Zentralbanken.

Sowohl die SNB, als auch die Regierung sowie zahlreiche Unternehmen sprachen sich gegen die Initiative aus. Dies würde den Handlungsspielraum der Zentralbank erheblich einschränken. Die Goldpreise sind mit Blick auf das Referendum in den vergangenen Wochen gestiegen. Sollte es ein “Ja” der Bevölkerung geben, dann müssten Zentralbanken weltweit, inklusive im Nahen Osten eine Aufstockung ihrer Goldreserven in Betracht ziehen. In der Zwischenzeit sind alle Augen auf den Goldmarkt gerichtet.

euronews: Wir sprechen jetzt mit Nour Eldeen Al-Hammoury, dem Chef-Strategen für die Märkte bei ADS Securities in Abu Dhabi über die Initiative „Rettet unser Schweizer Gold”. Die Schweizerische Nationalbank hat auf Euro gesetzt, die an Wert verlieren. Sollte jetzt beim Referendum für die Gold-Initiative gestimmt werden, was wären dann die Auswirkungen auf den Schweizer Franken und andere Währungen?

Nour Aldeen al-Hammoury : “Ein Sieg der Befürworter würde bedeuten, dass die Schweizerische Nationalbank gezwungen sein würde, ihre Goldreserven aufstocken. Das hätte zur Folge, dass der Schweizer Franken extrem aufgewertet würde und dass die Schweizerische Nationalbank den Euro-Franken-Kurs nicht über der 1.20-Mark halten könnte. Zudem treibt ein Anstieg des Schweizer Franken die Deflation voran. In den vergangenen drei Jahren ist der Verbraucherpreisindex nur ein einziges Mal – nämlich im vergangenen Mai – um 0,2 Prozent gestiegen. Währenddessen hält die SNB vor dem Referendum an der Euro-Untergrenze von 1.20 Franken fest.”

euronews: Welche Reaktionen können wir aus der arabischen Region erwarten, sollte es ein Ja geben? Könnten arabische Zentralbanken den Dollar aufgeben und zu Gold als Reserve zurückkehren?

Nour Aldeen al-Hammoury: “Das ist sehr kompliziert. Die Region verfügt über Gold und US-Dollar als Reserven. Dennoch würde ein Ja die Aussichten von Gold enorm verändern, nicht nur im Nahen Osten, sondern weltweit. Die Zentralbanken könnten in Betrachten ziehen, ihre Goldreserven immer weiter zu erhöhen, aber ohne den US-Dollar aufzugeben. Denn der US-Dollar ist und bleibt die Reservewährung weltweit, aber Gold wird seinen Status als sichere Anlage wieder herstellen. Die Nachfrage nach Gold wird erheblich steigen und das merken wir bereits in der Region, seit der Goldpreis auf seinen niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen war.”