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Ferguson, USA: Der Hass wird wieder nach oben gespült

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Ferguson, USA: Der Hass wird wieder nach oben gespült

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In Ferguson brennen Häuser, Plünderer lassen ihrer Wut freien Lauf, Demonstranten werfen Polizei und Justiz vor, die Missstände zu vertiefen: Die Straffreiheit des verantwortlichen Polizisten für den Tod von Michael Brown Jr. hat viele Menschen in der amerikanischen Kleinstadt tief verstört. Nial O’Reilly sprach mit euronews-Korrespondent Stefan Grobe.

Nial O’Reilly: “Wir haben die Wut auf den Straßen von Ferguson gesehen. Wie ist die Atmosphäre im Rest des Landes?”

Stefan Grobe, Korrespondent: “In den USA gibt es viele Gemeinden wie Ferguson in Missouri. Und so einfach wird das zugrundeliegende Problem natürlich nicht verschwinden. Präsident Obama hat das in seiner Rede auch angesprochen.

Es gibt das tief sitzende Gefühl bei den ethnischen Minderheiten, dass mit ungleichen Regeln gespielt wird, dass die Gesetze auf diskriminierende Art und Weise angewendet werden. Dinge wie “Racial Profiling”, Polizeistreifen in von Minderheiten bewohnten Gegenden und manchmal die Anwendung unverhältnismäßiger Gewalt durch die Polizei werden als Ungerechtigkeiten des Strafverfolgungssystems wahrgenommen

In gewisser Weise ist das das Erbe der einstigen Rassendiskriminierung in diesem Land. Fälle wie die von Michael Brown in Ferguson spülen den Hass wieder nach oben.”

Nial O’Reilly: “Sie haben die Rede von Präsident Obama angesprochen. Hat er die richtigen Worte gefunden?”

Stefan Grobe: “Zunächst einmal war es ungewöhnlich, dass sich der Präsident schon in einem Moment an die Nation wandte, als die Plünderungen noch im Gang waren. Wie Obama sagte, muss es bei den Rassenbeziehungen im Bezug auf die Strafverfolgung zu einem Umdenken kommen. Und natürlich müssen sich die Menschen wieder mehr in ihre Gemeinden und die Gesellschaft einbringen. Das hat Obama mehrfach wiederholt, nicht nur gestern Abend, auch zuvor schon. Das ist der Punkt, an dem in Zukunft angesetzt werden muss.”