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Hongkong: Ausschreitungen bei Räumung der Protestlager

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Hongkong: Ausschreitungen bei Räumung der Protestlager

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In Hongkong ist es bei der Räumung der Protestlager im Geschäftsviertel Mong Kok zu Ausschreitungen gekommen. Der "South China Morning Post" zufolge wurden zwölf Demonstranten verhaftet, darunter sei auch ein Abgeordneter. Viele Protestler leisteten jedoch keinen Widerstand, als Beamte und von der Polizei beauftragte Arbeiter Straßensperren und Zelte einrissen. In Mong Kok hatte es bereits zuvor mehrfach schwere Zusammenstöße gegeben. Die Polizei hatte Pfefferspray eingesetzt und mehrere Dutzend Aktivisten festgenommen.

Wer Demokratie wolle, müsse Opfer bringen, stand auf den Plakaten einiger Demonstranten. Der 78-Jährige Ng Boon-Duk sagte: “Ich bin bereit, größere Opfer zu bringen.”

injuries on both sides. Police and protestors. Pepper spray being used. #OccupyHongKong LIVE NOW: http://t.co/TObiMfy6pI— Mad Bitcoins (@MadBitcoins) November 25, 2014

Die Räumung war per Gericht angeordnet worden. Ein Busunternehmen hatte sich beschwert, die Blockaden seien geschäftsschädigend. Zudem verlor die Protestbewegung nach einem Sturm vermummter Aktivisten auf das Parlamentsgebäude zuletzt in der Bevölkerung an Zuspruch, obwohl Wortführer der Aktivisten den Angriff verurteilten. Die Demonstranten verlangen eine direkte Wahl, bei der ihnen die Zentralregierung in Peking nicht die Kandidaten vorsetzt.

ie Protestbewegung verlor vergangene Woche stark an Zuspruch der
Hongkonger Bevölkerung, nachdem vermummte Aktivisten in der Nacht
versucht hatten, das Parlamentsgebäude zu besetzen. Mit Eisenstangen
und Steinen zertrümmerten sie Glasscheiben, Türen und beschädigten
Hauswände.
Wortführer der Proteste verurteilten die Angriffe, aber viele Bürger
in Hongkong lasten die Zerstörung den prodemokratischen Demonstranten
an. Bei zwei unabhängigen Umfragen sprach sich eine Mehrheit der
Hongkonger vergangene Woche dafür aus, die Protestlager zu räumen.
Gleichzeitig wurde unter den Demonstranten kritisch über den weiteren
Weg ihrer Proteste diskutiert. In einer Umfrage von Aktivisten unter
den Demonstranten kündigte rund die Hälfte der mehr als 2000
Befragten an, den Protest abzubrechen und nach Hause zu gehen, falls
sie dazu aufgefordert würden.

Ein Gericht hatte die Räumung angeordnet. Protestführer hatten die
verbliebenen Demonstranten in dem Viertel während der vergangenen
Tage mehrfach aufgefordert, ihre Sachen zu packen und die
Entscheidung des Gerichtes zu akzeptieren. Neben Mong Kok harren auch
noch mehrere Hundert Demonstranten am Hauptprotestlager in Admiralty
nahe des Regierungssitzes auf der Insel Hongkong aus.