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OECD: Europa bleibt 'kranker Mann Europas'

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OECD: Europa bleibt 'kranker Mann Europas'

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Der Euroraum bleibt für die "OECD" das
Sorgenkind der Weltwirtschaft. Generalsekretär Angel Gurria sieht nach den globalen Krisenjahren zwar weltweit eine “langsame Erholung. Aber das Wachstum bleibt moderat”. Der Euroraum trete auf
der Stelle und “ist zu einem großen Risiko für das weltweite Wachstum geworden”, so der jüngste Wirtschaftsausblick der Organisation
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Arbeitslosigkeit im Euroraum
verharre auf hohem Niveau, und die Inflation liege weiter deutlich unter der Zielvorgabe.

Die Wachstumserwartung für Deutschland im kommenden Jahr halbierte die OECD auf 1,1 Prozent. Noch im Mai hatte der Zusammenschluss von 34
Industrieländern 2,3 Prozent mehr vorausgesagt.

Als Gründe nannte Christian Kastrop, Direktor für wirtschaftspolitische Studien bei der OECD, kriselnde EU-Handelspartner, weniger Investitionsnachfrage in China und
die Ukraine-Krise mit Russland.

OECD-weit soll die Wirtschaft 2015 um 2,3 Prozent wachsen. Die Eurozone schafft danach nur 1,1 Prozent Plus. “Die Eurozone ist der Schwachpunkt der Weltwirtschaft”, sagte Kastrop.

Laut OECD-Chefökonomin Catherine Mann könnten weitere Reformen in wichtigen Wirtschaftsnationen mehr Wachstums-Potenzial in Europa schaffen. In Italien und Spanien sollten staatliche Einnahmen und Ausgaben wachstumsfreundlicher gestaltet werden, für
Frankreich forderte Mann geringere Arbeitskosten, in
Deutschland solle der Dienstleistungsbereich liberalisiert werden.

Deutschland solle sich auch bei wachstumsfördernden Maßnahmen mehr ins Zeug legen. Als Beispiel führt die Organisation Einrichtungen zur Kinderbetreuung oder den Bildungsbereich an. Auch bei Investitionen in die Infrastruktur habe Deutschland “erheblichen
Nachholbedarf”, sagte Kastrop, etwa bei moderner Transporttechnik, digitaler Ökonomie oder im Energiesektor.

Dafür könnten auch Staatsausgaben umstrukturiert werden. “Was gut ist für Wachstum muss nicht mit Krediten finanziert werden.”

su mit dpa, Reuters