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Frauenquote in Aufsichtsräten kommt

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Frauenquote in Aufsichtsräten kommt

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Nach wochenlangem Streit haben die Spitzen der großen
Koalition in Berlin eine Frauenquote von 30 Prozent für die größten Unternehmen in Deutschland beschlossen. Die Partei- und Fraktionschefs von Union und SPD einigten sich bei einem Treffen im Kanzleramt, dass ab 2016 knapp ein Drittel der Aufsichtsratsposten in 108
börsennotierten Unternehmen von Frauen besetzt sein soll – ohne Ausnahmen. Das Gesetz soll am 11. Dezember vom Kabinett verabschiedet werden.

Sollten die Firmen die Posten nicht ausreichend mit Frauen besetzen, bleiben danach die Stühle leer.

Die deutschen Arbeitgeber lehnen diese
gesetzliche Frauenquote in Aufsichtsräten großer Unternehmen ab.

Nach einer aktuellen Studie des „Board Diversity Index“ des Centrums für Strategie und Höhere Führung zur Diversität in Aufsichtsräten sind die Positionen der Kapitalseite auch Ende 2014 beinahe zu 80 Prozent mit Männern besetzt. Die Über-60-Jährigen (63 Prozent) dominieren, wie die Vertreter mit deutschem Pass (72 Prozent) und wirtschaftswissenschaftlichem Studium (47 Prozent).

Ursachen für die unterschiedliche Präsenz von Frauen und Männern in Führungspositionen sind aus Sicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vor allem häufigere
Erwerbsunterbrechungen und die weibliche Berufswahl. Die Politik müsse unter anderem durch mehr
Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Ganztagsschulen gegensteuern.

su mit dpa, Reuters