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Mukwege nahm Sacharow-Preis entgegen

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Mukwege nahm Sacharow-Preis entgegen

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Der afrikanische Frauenarzt Denis Mukwege hat in Straßburg den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europaparlaments entgegengenommen. Der 59-jährige Gynäkologe hat seit den 1990er Jahren Tausende von Frauen behandelt, die Opfer von Vergewaltigungen wurden. In seiner Dankesrede vor dem Europaparlament sagte er: “Die Körper der Frauen sind zum Schlachtfeld geworden und die Vergewaltigung wird als Waffe eingesetzt. Das hat für die ganze Gesellschaft weitreichende Folgen: Familien werden enzweit, das soziale Netz wird zerstört, Menschen werden zu Sklaven gemacht und zur Flucht gezwungen, die Wirtschaft ist vor allem eine militärische.” In seiner Rede kritisierte Mukwege die Bürgerkriege in seiner Heimat, der Demokratischen Republik Kongo, und die Verbrechen, die dabei begangen wurden und werden.

Parlamentspräsident Martin Schulz sagte: “Die de facto herrschende Straffreiheit für Vergewaltigungen in bewaffneten Konflikten muss beendet werden. Wenn Vergewaltigungen von Befehlshabern angeordnet werden, dann handelt es sich um ein Kriegsverbrechen, und dann müssen diese Kriegsverbrechen auch wie Kriegsverbrechen bestraft werden.” 1989 begann Mukwege in Bukavu mit dem Aufbau einer Station für Gynäkologie und Frauenheilkunde. Der in Frankreich ausgebildete Mediziner bemüht sich auch um die Heilung der psychischen Wunden der gequälten Frauen und Mädchen.