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Ungarn protestieren gegen Verstaatlichung Privatrenten


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Ungarn protestieren gegen Verstaatlichung Privatrenten

In der ungarischen Hauptstadt Budapest haben rund 2.000 Menschen gegen die geplante Verstaatlichung ihrer privaten Rentenversicherung protestiert. Laut der Regierung ist die Überführung in den staatlichen Rentenfonds erforderlich, um jedem Ungarn eine Rente garantieren zu können. Der private Sektor könne dies nicht leisten, aber die Einzahler fühlen sich hintergangen.

“Dieses Geld ist Privateigentum”, so Zoltan Vajda, der die Demonstration organisiert hat. “Das eingezahlte Geld gehört mir und niemand anders. Wenn ich sterbe, geht es an meine Kinder oder meine Frau. Wenn die Regierung glaubt, das private Rentensystem funktioniere nicht, muss darüber eine sachliche Diskussion geführt werden, denn das System ist tatsächlich nicht perfekt.”

Ein Teilnehmer der Demonstration vertraut der Regierung nicht: “Auf der einen Seite ist unser Geld, das wir nachzählen, verifizieren und mit professioneller Hilfe vermehren können. Von der Regierung dagegen gibt es nur leere Versprechungen.”

Seit 2010 wurden 3 Millionen Privatrenten verstaatlicht. 60.000 Ungarn haben noch Einlagen in Privatfonds in Höhe von 650 Millionen Euro.

Die Initiative der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban wird Folgen für das ungarische Rentensystem haben, so die euronews-Reporterin Andrea Hajagos in Budapest: “Sollte das Parlament die Gesetzesvorlage in der jetzigen Form im Dezember verabschieden, so glauben Analysten, werden sehr bald alle privaten Rentenversicherungen schließen müssen.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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