Eilmeldung

Eilmeldung

Kreislaufwirtschaft Modell der Zukunft

Sie lesen gerade:

Kreislaufwirtschaft Modell der Zukunft

Schriftgrösse Aa Aa

Über explodiert der Verschleiß von Elektronikgeräten. Der dadurch entstehende Müll wächst auch ins Unermessliche. Ein Problem, das ein Unternehmen in eine Geschäftsidee umgewandelt hat. Einen Computer herzustellen, der umweltfreundlich ist und so gut wie keinen Abfall produziert, ist das Ziel von Paul Maher. Seine Firma bekam vor drei Jahren als erster PC-Hersteller überhaupt das Europäische Umweltzeichen verliehen.

Seine Computer sind zu 98 Prozent recycelbar – bei den klassischen Geräten sind es gerade mal 38 Prozent und der Computer der Firma MicroPro verbraucht zudem weniger Strom. Der geschäftsführender Direktor Paul Maher unterstreicht: “In unseren Geräten verwenden wir kein Quecksilber, Blei, PVC oder Plastik.”

Paul Maher und Ann Galligan haben ein Geschäftsmodell entwickelt, bei dem sie sich auch nach dem Verkauf um die Geräte kümmern. Das Ziel: Sie wollen eine lange Lebensdauer ihrer PCs garantieren. Paul Maher führt aus: “Unsere Computer können aufgerüstet werden – und zwar nach dem Baukastenprinzip. Sie sind also einfach zu reparieren oder aufzurüsten. Bei allen Geräten wird Holz verwendet. Kein Computer wird einem anderen ähneln.”

Wir sprechen von der Kreislaufwirtschaft: Nahezu alles wird wieder verwendet. Die Computer könnten beispielsweise später als Ladenkasse oder Notbeleuchtung verwendet werden.

Die Firma hat heute 25 Angestellte und macht in Irland einen Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro. In den nächsten fünf Jahren will MicroPro den Umsatz auf zehn Millionen Euro steigern.

Direktorin Anne Galligan unterstreicht: “Unser Geschäftsmodell kann auf der ganzen Welt angewendet werden. Im Moment sind wir in Verhandlungen mit verschiedenen
Servicezentren in ganz Europa, damit wir den gleichen Service wie in Irland für unsere
Iameco-Computer garantieren können.”

Kann das Modell der Kreislaufwirtschaft in allen Sektoren angewendet werden? Wir stellen die Frage einem irischen Experten. Berechnungen zufolge würde die Entwicklung nachhaltiger und wiederverwendbarer Produkte allein in der EU Einsparungen von 600 Milliarden
Euro einbringen.

Experte Shane Colgan sagte: “Die Kreislaufwirtschaft wird quer durch alle Wirtschaftsbereiche zum Einsatz kommen. Da haben wir beispielsweise die Mitfahrgelegenheiten, die es in europäischen Städten gibt, oder Plastikmüll, der in Fleecebekleidung transformiert wird, wie es hier eine Firma macht.”

Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft könnte bis zu 580.000 Stellen in Europa schaffen. Und gleichzeitig wird noch zum Kampf gegen den Klimawandel beigetragen.Experte Shane Colgan:
“Die Kreislaufwirtschaft ist eine Win-win-Situation. Die Europäische Kommission hat gesagt, dass wir bis 2030, den Kohlendioxid-Ausstoß um 450 Millionen Tonnen pro Jahr verringern können – dank der Kreislaufwirtschaft.”

Direktorin Anne Galligan: “Unser Schlüssel zum Erfolg ist, ein hochwertiges, umweltfreundliches Produkt zu entwickeln, dass viele Leben und Verwendungen hat – das uns einzigartig macht und uns von unseren Konkurrenten absetzt.”