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Abgeordneten-Stichwahl in Bahrain

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Abgeordneten-Stichwahl in Bahrain

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Im arabischen Golfkönigreich Bahrain hat die Stichwahl für die Abgeordneten des Parlaments stattgefunden. Diese war nötig geworden, nachdem am vergangenen Samstag nur sechs Kandidaten als klare Sieger hervorgingen.
Die schiitische Opposition boykottiert ohnehin die Wahl.

Eine Frau sagt, sie gehe wählen, weil dies ein Zeichen sei, dass das Land sich in Richtung Demokratie bewege. Demokratie komme nicht über Nacht. Sie sagt, es sei ihre Bürgerpflicht, auch wenn das Ergebnis durch den Boykott der Opposition nicht das sei, was das Volk wünsche. Sonst komme man jedoch nie ans Ziel. Es war die erste Wahl seit dem Aufstand gegen das sunnitische Herrscherhaus vor mehr als drei Jahren. Auch am Wahltag brannten Autoreifen. Ein Mann sagt, er boykottiere die Wahl, es sei alles nur eine Farce, die Kandidaten seien ein Witz. Viele hätten sich ihre Stimmen erkauft oder mit Drohungen erzwungen.

Die schiitische Opposition kritisierte, der Abstimmung fehle es allein deshalb schon an jedem demokratischen Wert, da das Abgeordnetenhaus nur eine beratende Funktion habe. Das Königreich ist der einzige Golfstaat, der im Jahr 2011 massiv vom arabischen Aufstand erfasst wurde. Damals gingen vor allem schiitische Demonstranten zu Tausenden für mehr Demokratie auf die Straße.