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Getötete Demonstranten in Ägypten: Gericht stellt Verfahren gegen Mubarak ein

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Getötete Demonstranten in Ägypten: Gericht stellt Verfahren gegen Mubarak ein

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Der ehemalige ägyptische Präsident Hosni Mubarak muss sich nun doch nicht wegen der Tötung von Demonstranten während der Massenproteste im Jahr 2011 verantworten.

Ein ägyptisches Strafgericht stellte das Verfahren am Samstag wegen Verfahrensfehlern ein, ein Urteil wird es deshalb nicht geben. Gleichzeitig sprach das Gericht den 86-Jährigen vom Vorwurf der Korruption beim Verkauf von Gas an Israel frei.

Die Anklage hatte Mubarak unter anderem vorgeworfen, für die Tötung von rund 900 Demonstranten mitverantwortlich zu sein und die Todesstrafe gefordert. Ursprünglich war Mubarak deswegen schon 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Prozess wurde 2013 wegen Verfahrensfehlern aber wieder aufgerollt.

Mubarak hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und angegeben, sein Amt 2011 freiwillig aufgegeben zu haben, um ein Blutvergießen zu vermeiden.

Ebenfalls freigesprochen wurden nun der frühere Innenminister Habib al-Adli, Mubaraks Söhne Gamal und Alaa sowie weitere Angeklagte. Nach dem Urteil brach im Gerichtssaal Jubel aus.

Islamistische Demonstranten hatten vor der Urteilsverkündung auf den Straßen Kairos erneut die Todesstrafe für den ehemaligen Präsidenten gefordert.

Eine dreijährige Haftstrafe wegen Veruntreuung verbüßt der gesundheitlich stark angeschlagene Mubarak derzeit in einem Krankenhaus.