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Mehr als 120 Tote in Nigeria: Jonathan fordert Geschlossenheit gegen Terroristen

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Mehr als 120 Tote in Nigeria: Jonathan fordert Geschlossenheit gegen Terroristen

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Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan hat die Nation nach einer blutigen Terrorattacke am Freitag aufgerufen, gemeinsamen Feinden geschlossen entgegenzutreten. Bei dem Anschlag auf eine Moschee in Kano, der zweitgrößten Stadt Nigerias, wurden am Freitag möglicherweise mehr als 120 Menschen getötet.

Jonathan sagte, er werde nichts unversucht lassen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

In und um die Moschee waren am Freitag drei Bomben explodiert. Anschließend eröffneten bewaffnete Männer das Feuer auf die Besucher. Bis jetzt hat sich niemand zu der Attacke bekannt, die Polizei macht jedoch die Boko-Haram-Rebellen verantwortlich.

Offiziell ist von 35 Toten die Rede, Augenzeugen wollen hingegen deutlich mehr gesehen haben. Ein Rettungshelfer vor Ort bezifferte die Zahl der Opfer auf mindestens 120 und sprach von rund 270 Verletzten. Unter den Toten sind auch mindestens drei Angreifer, die von den Betenden überwältigt worden waren.

Kano ist die zweitgrößte Stadt Nigerias. Der Emir von Kano hatte die muslimische Bevölkerung jüngst aufgerufen, Widerstand gegen Boko Haram zu leisten. In der betroffenen Moschee leitet er häufig die Freitagsgebete, war dieses Mal jedoch außer Landes.

In der Stadt Maiduguri, die Boko Haram als Basis nutzt, konnte die Polizei offenbar eine ähnliche Attacke vereiteln und mehrere Bomben entschärfen.

Die Boko-Haram-Kämpfer haben im Norden Nigerias einen Gottesstaat ausgerufen. Seit sechs Jahren führen sie einen brutalen Kampf gegen die Regierung, Widerstand leistende Muslime und Minderheiten.