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Ratingagentur Moody's verpasst Japan eine kalte Dusche

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Ratingagentur Moody's verpasst Japan eine kalte Dusche

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Mitten im japanischen Wahlkampf hat die US-Ratingagentur Moody’s die Bonität des hochverschuldeten Landes gesenkt und zwar um eine Note von “Aa3” auf “A1”. Der Ausblick für die Bonität der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt bleibt “stabil”.

Moody’s begründete die schlechtere Schuldnernote mit der wachsenden Unsicherheit, ob Japan es schafft, das Staatsdefizit wie geplant zu senken. Die Bonitätsabwertung verstärkt den Druck auf Japans Politik, die desolaten öffentlichen Finanzen zu sanieren.

Japan hält bei der Staatsverschuldung den Negativrekord unter den Industriestaaten: Rund 240 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Finanzexperten werten das als deutliche Mahnung an die neue Regierung – die wahrscheinlich wieder die alte sein wird.

Japans Wirtschaft war in Folge einer höheren Mehrwertsteuer im April in die Rezession gerutscht, was Zweifel an Wirtschaftspolitik von
Regierungschef Shinzo Abe schürte. Eine für 2015 geplante weitere Anhebung der Steuer verschob er daraufhin auf 2017. Daher wird
befürchtet, dass die Sanierung der Staatsfinanzen auf die lange Bank geschoben wird.

Abe will Japan mit einer Mischung aus extrem lockerer Geldpolitik, Konjunkturprogrammen und Reformen aus der jahrelangen Deflation herausholen und die Wirtschaft auf einen nachhaltigen Wachstumskurs bringen.

su mit Reuters