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Nationalsozialismus: Eichmann-Helfer Alois Brunner starb in Syrien

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Nationalsozialismus: Eichmann-Helfer Alois Brunner starb in Syrien

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Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat den Tod des ehemaligen SS-Hauptsturmführers Alois Brunner bestätigt. Der zu NS-Zeiten wichtigste Mitarbeiter Adolf Eichmanns soll bereits 2009 im Alter von 98 Jahren in Damaskus gestorben sein. Das Zentrum strich ihn jetzt offiziell von der Liste der meistgesuchten NS-Verbrecher.

Bereits vor vier Jahren habe man von einem deutschen Geheimdienstmitarbeiter die Information erhalten, Brunner sei in Damaskus gestorben und begraben worden, sagte der Leiter des Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Efraim Zuroff am Montag. “Wir haben immer gehofft, dass wir noch härtere Beweise für diese Information finden, aber es ist uns nicht gelungen.” Angesichts der Tatsache, dass Brunner 1912 geboren worden sei, könne man allerdings mit größter Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass er inzwischen wirklich tot sei. Man habe die deutschen Informationen auch als sehr glaubhaft eingestuft. “Deshalb habe ich ihn nicht mehr auf die neue Liste gesetzt”, so Zuroff.

Der ehemalige SS-Hauptsturmführer Brunner soll als “Ingenieur der Endlösung” für den Tod von etwa 130 000 Juden aus mehreren Ländern verantwortlich sein. Brunner wurde zuletzt 2001 in der syrischen Hauptstadt Damaskus gesehen. Er war in den 1950er-Jahren nach Syrien geflüchtet und lebte dort unter dem Schutz des Regimes.

Man könne allerdings nicht sagen, dass Brunner nach dem Holocaust sein Leben friedlich und ungestört gelebt habe, so Zuroff. “Er hat ein Auge und drei Finger verloren, zweimal bekam er Briefbomben. Der damalige Mossad-Chef in Paris, Izchak Schamir, soll sie ihm geschickt haben.”