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Das Bhopalunglück auf der Kinoleinwand

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Das Bhopalunglück auf der Kinoleinwand

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30 Jahre nach der Katastrophe von Bhopal zeigt ein Film die dramatischen Ereignisse von damals. Bei einer technischen Panne in einer Pestizidfabrik

30 Jahre nach der Katastrophe von Bhopal zeigt ein Film die dramatischen Ereignisse von damals. Bei einer technischen Panne in einer Pestizidfabrik eines US-Chemiekonzerns traten am 3. Dezember 1984 mehrere Tonnen giftiger Stoffe in die Atmosphäre. Tausende von Menschen starben, viele mehr sind seitdem schwer krank und behindert.

Der Regisseur des Films Ravi Kumar kommt selber aus dem indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, dessen Hauptstadt Bhopal ist: “Bhopal ist seit 30 Jahren in unseren Gedanken. Ich denke, der Zeitpunkt ist gekommen, diese Geschichte zu erzählen. Seitdem ist viel Zeit vergangen, es gibt also eine gewisse emotionale Distanz. Wir können diese Geschichte nun also objektiver betrachten.”

Bhopal war die schlimmste Chemiekatastrophe der Geschichte, offiziell kamen dabei 5295 Menschen ums Leben, doch Schätzungen gehen von bis zu 25.000 Toten durch direkten Kontakt mit der Gaswolke aus.

Schauspieler Rajpal Yadav, bekannt für seine komischen Rollen in Bollywood-Filmen, spielt eine Hauptrolle: “Was ich wirklich interessant an dem Projekt fand, war, dass der Film die ganze Katastrophe aus der Sicht eines armen Ehepaares schildert, die in der Fabrik arbeiteten.”

Die Ehefrau an seiner Seite spielt die indische Schauspielerin Tannishtha Chatterjee: “Wir sind unmenschlich geworden, durch die Gier nach Profit und Geld. Ich denke, die höhere, für mich sehr wichtige Botschaft des Films ist die Frage, um welchen Preis wir Profite und ein wirtschaftlich besseres Leben wollen.”

In dem Film spielen auch Hollywoodgrößen, wie Martin Sheen, in der Rolle des Direktors von Union Carbide.

Die Firma zahlte nach langwierigen Verhandlungen und gegen Verzicht auf Strafverfolgung 470 Millionen Dollar Schadenersatz an die indische Regierung, nur geringe Teile davon gingen an die Opfer. Die Sanierung des mit Quecksilber und krebserregenden Chemikalien vergifteten Geländes ist bis heute nicht erfolgt.