Eilmeldung

Eilmeldung

Draghi verweist auf Pfeile im Köcher

Sie lesen gerade:

Draghi verweist auf Pfeile im Köcher

Schriftgrösse Aa Aa

Der Verfall der Ölpreise drückt die Inflation im Euroraum immer
weiter. Das will die Europäische Zentralbank (EZB) nicht hinnehmen und bald Staatsanleihen
kaufen – obwohl das höchst umstritten ist. Dieses Jahr
werde der Preisauftrieb auf 0,5 Prozent zurückgehen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi bei der Vorlage der neuesten
Prognose. Der Euro- Leitzins bleibt auf 0,05 Prozent Rekordtief.

EZB-Präsident Mario Draghi:

“Sollte es notwendig werden, auf die Risiken eines zu langen Zeitraums niedriger Inflation zu reagieren, ist der EZB-Rat einstimmig dafür, zusätzliche unkonventionelle Instrumente innerhalb des Mandats einzusetzen. Dies würde bedeuten: Anfang kommenden Jahres könnten sich Größe, Geschwindigkeit und Zusammensetzung unserer Maßnahmen ändern. EZB-Experten und die Gremien des Eurosystems haben die technischen Vorbereitungen für weitere Maßnahmen intensiviert.”

Unter den “unkonventionellen Maßnahmen” sind vor allem Staatsanleihenkäufe umstritten. Kritiker meinen, die Notenbank würde so Staatsschulden mit der Notenpresse finanzieren, was sie
nicht darf.

Institutionen wie die OECD mahnen Strukturreformen an.

Trevor Williams. Chefökonom Corporate Banking, Lloyds Bank:

“Die Antwort sind Strukturreformen, eine lockere Geldpolitik und vielleicht etwas mehr Anschub durch Fiskalpolitik. Strukturreformen sind eine harte Nuss, das wissen wir alle. In der Geldpolitik zieht Mario Draghi alle Register, an die er rankommt.’‘

Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate knapp unter 2,0 Prozent an.

Die Notenbank erwartet nun 2015 0,7
Prozent Jahresteuerung und 2016 1,3 Prozent. Im September hatte sie für 2014 noch 0,6 Prozent Inflationsrate vorhergesagt, für 2015 1,1 Prozent und 2016 1,4 Prozent.

Ihre Wachstumsprognosen bis 2016 hat sie gesenkt, zum Teil um ein sattes halbes Prozent gegenüber September..

Im laufenden Jahr sollen es
0,8 Prozent Wachstum werden, 2015 dürfte die Wirtschaft mit 1,0 Prozent und 2016 mit 1,5 Prozent wieder etwas stärker wachsen.
Im September hatte die EZB der Eurozone noch 0,9 Prozent Wachstum im laufenden Jahr, 1,6 Prozent 2015 und 1,9 Prozent im Jahr darauf zugetraut.

su mit dpa, Reuters