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Schichtende bei Opel Bochum

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Schichtende bei Opel Bochum

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Lebt wohl ihr Kadetts, Mantas und Astras: Freitagmorgen gegen 00.30 Uhr war Schichtende bei Opel in Bochum. Mit einem dunkelgrauen Opel Zafira endeten 52 Jahre lokale Industriegeschichte

Mit dem “Aus” bei Opel endet ein einstiges Vorzeigeprojekt des Strukturwandels an der Ruhr. Das Werk war auf früherem Bergbaugrund errichtet worden, als im Revier das Zechensterben begann. Es beschäftigte nach der Eröffnung 1962 sofort rund 10.000 Menschen – viele davon ehemalige Kumpel. Jetzt will die neu gegründete
Entwicklungsgesellschaft “Perspektive 2022”, an der die Stadt und Opel beteiligt sind, zunächst rund 70 Hektar Werksgelände aufbereiten und neuen Investoren anbieten.

Das Herz von Opel hat aufgehört zu schlagen”, sagte einer der Arbeiter von der Nachtschicht. Der Konzern schließt das Werk im kommenden Jahr wegen Überkapazitäten. Einst hatten mehr als 20.000 Menschen in Bochum Opel montiert.

Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD):

“Das ist schon, also wirklich, ein trauriger Tag, dann hierher zu kommen und zu wissen, das ist die letzte Schicht, man muss seine Sachen abgeben und hat eben jahrelang hier gearbeitet und dieses Werk und damit auch das Produkt Opel hier in der Region verankert.” Die Entscheidung sei “sehr bitter” für die direkt Betroffenen und die Stadt.

Bochum ist einer von vier deutschen Opel-Standorten. Rund 3.000 Beschäftigte stehen vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Die meisten wechseln für maximal zwei Jahre in eine Transfergesellschaft. Bochum hat 9,4 Prozent Arbeitslose – gut die Hälfte mehr als im Bundesschnitt.

Nur das Opel-Verwaltungsgebäude am Werk I mit dem gewaltigen Schriftzug
auf dem Dach steht unter Denkmalschutz – vorläufig.

su mit dpa