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Vorsicht Klimawandel: Gletscherschmelze in Peru

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Vorsicht Klimawandel: Gletscherschmelze in Peru

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Jüngste Studien zeigen, dass Perus Gletscher in den vergangenen vier Jahrzehnten noch stärker geschrumpft sind, als bisher angenommen wurde, um rund 40 Prozent. Das hat gravierende Konsequenzen für di

70 % der tropischen Andengletscher liegen in Peru, allen voran in der Cordillera Blanca. Sie sind zugleich die am besten untersuchten tropischen Gletscher. Jüngste Studien zeigen, dass Perus Gletscher in den vergangenen vier Jahrzehnten noch stärker geschrumpft sind, als bisher angenommen wurde, um rund 40 Prozent. Das hat gravierende Konsequenzen, erläutert Gletscherforscher Nelson Santillana. “In den vergangenen 40 Jahren sind 996 neue Seen entstanden aus einem einfachen Grund: Wenn sich die Gletscher zurückziehen, entstehen Auffangbecken.”

Durch den Klimawandel und die Gletscherschmelze werden sich diese Berglagunen noch weiter mit Wasser füllen. Je mehr die Lagunen wachsen, desto größer ist die Gefahr, dass es zu Lawinen und Erdrutschen kommt, wenn sich Eismassen lösen. Ganze Dörfer oder Kleinstädte könnten überrollt werden. Mit Sonden und Überwachungskameras versuchen die Behörden, Katastrophen rechtzeitig voraussagen zu können.

Nelson Santillana: “Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es mit tropische Berggletschern zu tun haben, die hoch und steil sind. Deswegen kann es schnell zu Erdrutschen und Überschwemmungen kommen, besonders die durch die Gletscher erschaffenen Seen stellen eine große Gefahr dar. Wenn sie überlaufen, können sie Städte und Infrastrukturen zerstören.”

Die Klimaerwärmung in den Anden ist von ähnlichem Ausmaß wie in der Arktis, aber die Konsequenzen betreffen eine wesentlich größere Bevölkerung. Denn Bolivien und Peru hängen in der trockenen Jahreszeit stark vom Wasser der Gletscher ab.