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Lichterfest im kurdischen Erbil

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Lichterfest im kurdischen Erbil

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Auch in der kurdischen Stadt Erbil wurde das der Jungfrau Maria gewidmete Lichterfest gefeiert. Kein Festival mit aufwendigen Installationen wie im fernen französischen Lyon, sondern ein Moment der An

Auch in der kurdischen Stadt Erbil wurde das der Jungfrau Maria gewidmete Lichterfest gefeiert. Kein Festival mit aufwendigen Installationen wie im fernen französischen Lyon, sondern ein Moment der Andacht und des Gebets, gerade in diesen schweren Zeiten. Tausende Christen, die vor den IS-Milizen im Irak fliehen mussten, haben hier Zuflucht gefunden.

Gemeinsam nahmen die Menschen an der Prozession teil, im Kerzenschein von der St.-Josephs-Kirche durch das christliche Viertel von Erbil. Mit dabei: die Initiatoren des Projekts, eine kirchliche Delegation aus Lyon unter der Leitung des Erzbischofs der Stadt, Kardinal Philippe Barbarin. Mit im Gepäck: keine Hilfsgüter sondern rund 800 Kilogramm Kerzen für den Umzug. Für die Organisatoren sie es ein kompliziertes aber notwendiges Projekt, erklärte Natalia Trouiller, Kommunikationsdirektorin der Diözese von Lyon.

“Es ist ein völlig verrücktes Abenteuer, in einem Land und einer Region, in der seit vielen Jahren Tod und Gewalt herrschen und keine diplomatische Lösung zu funktionieren scheint, keine Verhandlung den Menschen weiterhilft. Wir haben uns gesagt, wir haben nicht mehr, als unsere Gebete, also bringen wir diese mit.”

Die Kirche in Erbil bietet Obdach, Kleidung und Nahrung. Doch der Schock der Vertreibung sitzt tief. Das gemeinsame Lichterfest spendete vielen zumindest etwas Trost. Es war ein ebenso bewegender Moment für die Gäste aus Frankreich.

Muhannad Al-Tawil, chaldäische Gemeinde Lyon: “Ich wusste nicht, wie es um christliche Gemeinde hier bestellt ist, aber diese riesige Menschenmenge bei der Prozession zu sehen, bewegt mich ungemein. Denn es bedeutet, dass das Leben trotz allem weitergeht.”

Raphaële Tavernier, euronews: “Für ein paar Stunden vergessen die christlichen Flüchtlinge ihren Schmerz und finden etwas Ruhe und inneren Frieden. Viele sagten uns, im kommenden Jahr wollten sie das Fest wieder so begehen, dann aber hoffentlich Zuhause.”