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Vorgezogene Präsidentenwahl stürzte Aktien in Athen ins Bodenlose

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Vorgezogene Präsidentenwahl stürzte Aktien in Athen ins Bodenlose

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Aus Furcht vor politischer Instabilität und einer Abkehr vom Sanierungskurs sind Anleger in Scharen aus den griechischen Finanzmärkten geflohen.

Aufgeschreckt hatte sie die Aussicht auf eine vorgezogene Neuwahl des Präsidenten.

Der Leitindex der Athener Aktienbörse brach um bis zu gut elf Prozent ein. Das ist der zweitgrößte Tagesverlust aller Zeiten und der größte seit den Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Der griechische Bankenindex stürzte sogar um knapp 16 Prozent ab.

Griechische Staatsanleihen warfen Anleger ebenfalls in hohem Bogen aus ihren Depots und trieben damit die Rendite der zehnjährigen Titel von 7,274 Prozent auf bis zu 7,896 Prozent. Diesem Trend konnten sich die Bonds der anderen südeuropäischen Krisenstaaten Italien, Spanien und Portugal nicht entziehen. Ihre Renditen zogen ebenfalls an.

Theodore Krintas, Finanzanalyst, Attika Wealth Management:

“Wenn Sie jetzt ein internationaler Anleger wären in einem Land vor möglichen Wahlen – und Sie wissen nicht, wie die ausgehen, dann ist “verkaufen und nichts wie raus” die einfachste Entscheidung.”

Investoren fürchteten, dass sich die Abgeordneten in Athen nicht auf ein neues Staatsoberhaupt einigen können, sagte der Analyst Manos Hatzidakis von Beta Securities.

Tritt das ein, dann verlangt die Verfassung die Neuwahl des Parlaments. In Umfragen liegt die oppositionelle Partei Syriza vorn, die den strikten Sparkurs der aktuellen, konservativen griechischen Regierung ablehnt.

Dazu Jan von Gerich, Chef-Anleihe-Analyst der Nordea Bank: “Dies könnte die wirtschaftliche Erholung erneut stoppen. Und wenn man sich das Programm von Syriza anschaut, ist nicht ausgeschlossen, dass die Leute zu zweifeln beginnen, ob Griechenland noch eine Zukunft in der Euro-Zone hat.”

su mit Reuters