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Moskau: Medwedew kämpft gegen Krisenstimmung an

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Moskau: Medwedew kämpft gegen Krisenstimmung an

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Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat der US-Regierung wegen deren Sanktionen Unberechenbarkeit vorgeworfen.

Die Frage sei stets, wie geeignet und berechenbar ein Partner sei, sagte der Regierungschef im russischen Fernsehen. “Und was tun die Amerikaner? Sie verhängen Strafmaßnahmen gegen unser Land, sie versuchen, eine Front gegen Russland zu schmieden. Das sind unfreundliche Akte.”

In der russichen Führung herrscht offenbar
keine Einigkeit, wie ernst die Krise wirklich ist.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew:

“Der deutliche Wertverlust des Rubels ist für unsere Wirtschaft von Vorteil. Zudem teilen die meisten Ökonomen und Analysten die Ansicht, dass der Rubel im Moment unterbewertet ist. Eine Aufwertung wird kommen. Ob in diesem Monat oder nächsten, weiß ich nicht. Aber wir werden eine Art Gleichgewicht erreichen.”

Allein seit Ende Juni hat die russische Währung in US-Dollar die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Der Staatshaushalt ist mit einem Ölpreis von rund 100 Dollar je Barrel kalkuliert – Öl bringt aber inzwischen ein Drittel weniger. Moskau stellt sich auf eine Rezession ein.

Und es könnte noch schlimmer kommen, warnt die DZ Bank in einer Analyse. So seien Russlands Mittel begrenzt, um Unternehmen vor der Pleite zu bewahren. Und „bis Ende 2015 werden etwa 105 Milliarden Euro an Auslandsverbindlichkeiten von russischen Firmen fällig”.

Durch die westlichen Sanktionen in Bedrängnis geratene Firmen und Banken in Russland sollten sich nach Medwedews Ansicht in Asien auf Geldsuche begeben.

Zudem müsse das Land seine Abhängigkeit von Energie-Exporten verringern. Um nicht mehr so stark auf Importe angewiesen zu sein, solle Russland außerdem die heimische Produktion erhöhen.

Medwedew räumte ein, dass die Sanktionen und die Schwäche des Rubels seinem Land zu schaffen machen. “Unsere Wirtschaft hat wahrscheinlich Dutzende Milliarden Dollar verloren.” In der Vergangenheit habe sich aber gezeigt, dass solche Strafmaßnahmen ein Land nicht auf lange Sicht bremsen könnten.

su mit dpa, Reuters