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Beethovens einzige Oper eröffnet La Scala-Spielzeit

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Beethovens einzige Oper eröffnet La Scala-Spielzeit

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Sie ist eine Ode an die Freiheit, die Liebe und die Menschlichkeit: “Fidelio” ist die einzige Oper, die Ludwig van Beethoven komponiert hat. Sein Meisterwerk eröffnete feierlich die neue Spielzeit an der Mailänder Scala, ein Höhepunkt im italienischen Musikkalender. Es ist zugleich der Abschied von Daniel Barenboim als Musikdirektor der Scala.

Beethoven feilte über ein Jahrzehnt an der Oper, zu der ihn eine wahre Begebenheit aus der Zeit der französischen Revolution inspirierte. Ein Stoff, den Tenor Klaus Florian Vogt besonders mag. “Ich mag das sehr gern, diese Geschichte. Das ist eine sehr real-fassbare Geschichte. Dazu ist es irgendwie ein Krimi, finde ich, dann die Motive, die eine wichtige Rolle spielen: die Liebe, die Freiheit, auch natürlich eine Unterdrückungsgeschichte.”

Über seine Freiheitsoper sagte Beethoven einmal, sie habe ihm die „größten Geburtsschmerzen“ bereitet, aber sei trotzdem sein liebstes Kind.

Ungewöhnlich in der Welt der Oper: der Held ist eine Frau. Leonore als Fidelio verkleidet, rettet ihren zu Unrecht inhaftierten Gatten Florestan aus dem Gefängnis. “Sie ist eine sehr, sehr starke Frau mit einem großen Willen und viel Einfühlungsvermögen”, erklärt Sopranistin Anja Kampe. “Dieses Hin und Her der Gefühle, dieses Schwanken und dieses stark sein müssen und das in sich Zusammenbrechen und dann wieder Kraft finden, das ist sehr, sehr interessant.”

Klaus Florian Vogt über seine Figur Florestan: “Ich sehe den schon natürlich geschwächt durch diese lange Gefangenschaft, in Dunkelheit und Stille und das hinterlässt natürlich Spuren. Trotzdem denke ich, dass diese Figur des Florestan sich eine gewisse Haltung bewahrt hat.”

Anja Kampe zu den stimmlichen Herausforderungen: “Eigentlich braucht man eine Mischung aus einer Mozart und einer Wagner-Stimme, weil die lyrischen Momente sind, wirklich fast mozartartig zu singen und dann braucht man aber für die Ausbrüche eine gewisse Stimmstärke und Präsenz, also Dramatik in der Stimme.”

Zum Werk fügt sie hinzu: “Da ist ganz viel Symphonik drinnen, da ist viel Kammermusik drin, da ist auch große Oper, da ist ein Singspiel drinnen. Das ist eine ganz, ganz große Mischung aus allen Stilrichtungen.”

Klaus Florian Vogt über die Botschaft des Meisterwerkes: “Das geht in erster Linie, um, was eine Liebe vermag, zu bewerkstelligen und dann natürlich um Freiheit. Dass Freiheit einfach ein wahnsinnig hohes Gut ist, wenn nicht das Höchste.”