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Begegnung mit Viggo Mortenson und der Jury von Marrakesch

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Begegnung mit Viggo Mortenson und der Jury von Marrakesch

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Seit seinem ersten Leinwandauftritt 1985 ist Viggo Mortensen dem Maintream- und dem Arthouse-Kinopublikum verpflichtet. Deswegen erweist das Internationale Film Festival in Marrakesch ihm in diesem J

Seit seinem ersten Leinwandauftritt 1985 ist Viggo Mortensen dem Mainstream- und dem Arthouse-Kinopublikum verpflichtet. Deswegen erweist das Internationale Film Festival in Marrakesch ihm in diesem Jahr die Ehre. Über seine Reaktion und seine Karriere sprach euronews-Reporter Chris Cummins mit Viggo Mortensen in Marrakesch.

Viggo Mortensen: “Das ist sehr schmeichelhaft und ich hoffe, dass das auf geschäftlicher Ebene dem Film gut tut, mit dem ich hier bin ‘Loin des hommes – Far from men’. Es ist eine wunderbare Geschichte, auf die ich sehr stolz bin und die wir unweit von hier gedreht haben. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, an den Ort, an dem wir den Film drehten, in den Bergen zurückzukehren.”

Jeder Schauspieler geht seinen eigenen Weg. Mir war viele Jahre der Zugang zu einer Menge Rollen und Drehbüchern versagt. Und als dann die ‘Herr-der-Ringe-Trilogie’ explodierte, schon der erste Teil war ein weltweiter Erfolg und ein Kassenhit, öffnete das für mich, wie für alle anderen, die damit zu tun hatten, viele neue Türen. Aber nur, weil man Glück hat, bedeutet das nicht, dass man die richtigen Entscheidungen trifft.”

“Mir hat es Spaß gemacht, Sigmund Freud in ‘Eine gefährliche Methode’ zu spielen. Eine Person, die alles ausspricht, verführt, sich selbst beschützt und dann wieder angreift. Das alles mit Worten. Ich habe viele neue Dinge über ihn gelernt, was mir sehr gefiel, dass er einen guten Sinn für Humor hatte, aber auch über ihn als Familienvater und andere Aspekte seines Lebens, die mir unbekannt waren.”

Bis zum 13. Dezember geht das Internationale Filmfestival mit Wettbewerb und reichem Nebenprogramm. Die Jury, unter dem Vorsitz der Französin Isabelle Huppert, muss über 15 Beiträge entscheiden.

Isabelle Huppert: “Eine Jury ist da, um zu diskutieren. Natürlich sind wir nicht einer Meinung. Jeder ergreift das Wort und gibt seine Meinung zum Ausdruck, und dann wird abgestimmt. Das Festival entspricht in diesem Fall der Definition des Kinos als Fenster zur Welt, mit einer sehr großen und ehrgeizigen Vielfalt an Themen”.

Der indische Regisseur Ritesh Batra ist Jurymitgied, er sagt: “Ein wirklich bewegender Film, transportiert Sie an einen Ort, an dem man sich selbst in Frage stellt. Das geschieht, wenn der Autor des Films sich selbst persönlich investiert hat.”

Sein Jury-Kollege der Italiener Mario Martone, glaubt: “Die Beziehung zur Wirklichkeit muss nicht extrem originell oder einfallsreich sein, aber sie muss glaubwürdig sein.”

Der marokkanische Autor Moumen Smihi gibt sich geheimnisvoll. “Das Programm ist reich und vielseitig, aber mehr kann ich nicht sagen. Als Jurymitglied ist es sehr schwer, darauf zu antworten. Ich habe nichts zu sagen.”

Der Brite Alan Rickman schließlich hat viel Mitgefühl den Bewerbern. “Wenn man einen Film dreht, ist das wie in den Krieg zu ziehen. Ich weiß, wie viel Mut ein Regisseur und sein gesamtes Team aufbringen müssen, ich bin von ganzem Herzen bei ihnen.”