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Positive Signale von der Klimakonferenz in Lima

Über die Verhandlungen in Peru sprachen wir mit Giovanni La Via, Europaparlamentarier und Vorsitzender des Umweltausschusses des Europaparlaments

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Positive Signale von der Klimakonferenz in Lima

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Über die Verhandlungen in Peru sprachen wir mit Giovanni La Via, Europaparlamentarier und Vorsitzender des Umweltausschusses des Europaparlaments.

euronews:
“Sie beteiligen sich an der Konferenz der Vereinten Nationen. Offenbar sind arme und reiche Länder wie durch eine Mauer getrennt. Warum stocken die Verhandlungen?”

Giovanni La Via:
“Die Gespräche sind festgefahren, weil alle armen Nationen mehr Ressourcen haben wollen. Zum Abschluss der Klimakonferenz in Kopenhagen hieß es, den armen Ländern würden ab 2020 einhundert Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. Heute hingegen ist von zehn Milliarden für einen Zeitraum von vier Jahren die Rede. Diese Mittel genügen nicht, um eine neue Umweltpolitik der Entwicklungsländer möglich zu machen.”

euronews:
“Die Gelder sollen den armen Ländern dabei helfen, die Folgen des Klimawandels zu bekämpfen. Erwarten Sie von den reicheren Staaten eine größeren Einsatz?”

Giovanni La Via:
“Man kann Brasilien, Mexiko oder China nicht als Entwicklungsländer bezeichnen. Wir suchen nach einer Zwischenlösung, denn es sollten nicht länger die reicheren Länder sein, die China bei dem Wandel unterstützen. Wir versuchen für jedes Land herauszufinden, in welchem Bereich die negativen Folgen für die Umwelt reduziert werden können, um zu einer globalen Vereinbarung zu kommen.”

euronews:
“Sind Sie im Hinblick auf eine solche Vereinbarung weiterhin optimistisch? Wir es ein Jahr vor der in Paris geplanten Klimakonferenz klare Verpflichtungen geben?”

Giovanni La Via:
“Wir sind davon überzeugt, dass es diesbezüglich positive Signale gibt: US-Präsident Obama hat eine Vereinbarung mit China erzielt, und es haben Verhandlungen mit Indien begonnen. Das bedeutet, dass die Großmächte den Kampf gegen den Klimawandel immer mehr zu einem wichtigen Anliegen machen.”

euronews:
“Könnte die Konferenz in letzter Minute scheitern?”

Giovanni La Via:
“Das kann man nicht vollständig ausschließen, weil die ärmeren Länder wirtschaftliche Hilfen fordern, um gegen den Klimawandel zu kämpfen. Dieser Widerstand kleiner Länder, kleiner Gruppen von Ländern kann sich auf das Ergebnis verheerend auswirken.”