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Seltener TV-Auftritt: CIA-Chef kommentiert Foltervorwürfe

Ein TV-Auftritt mit Gewicht. Nur in Ausnahmefällen haben es CIA-Chefs wie John Brennan bislang für notwendig erachtet, sich öffentlich

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Seltener TV-Auftritt: CIA-Chef kommentiert Foltervorwürfe

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Ein TV-Auftritt mit Gewicht. Nur in Ausnahmefällen haben es CIA-Chefs wie John Brennan bislang für notwendig erachtet, sich öffentlich Medienvertretern zu stellen.

Meinung

Es handelte sich um harsches, manchmal sogar abscheuliches Verhalten

Doch angesichts jüngster Foltervorwürfe gegen seine Behörde räumte Brennan nun Fehler und Mängel bei Verhören von Terrorverdächtigen ein. Dies seien überwiegend bedauerliche Einzelfälle gewesen, sagte Brennan:

“Durch die Verhörprogramme sind nützliche Informationen gewonnen worden. Dadurch konnten die USA Pläne durchkreuzen, Terroristen festnehmen und Leben retten. Eine Unverhältnismäßigkeit der Mittel angesichts der Verhörmethoden und der dadurch gewonnenen Informationen liegt für mich nicht vor.”

Aus dem am Mittwoch vorgelegten Folterbericht des US-Senats ging hervor, dass die Verhörmethoden nach den Terroranschlägen von 2001 brutaler waren als bisher bekannt und weniger wirkungsvoll als erhofft.

Brennan sagte:

“Einige CIA-Mitarbeiter haben im Rahmen der Verhöre ihre Kompetenzen überschritten. Es handelte sich um harsches, nach meiner Meinung manchmal sogar abscheuliches Verhalten. Ich überlasse es anderen, diese Aktivitäten genauer einzuordnen.”

Brennan sprach ausdrücklich nicht von Folter, begrüßte aber die Entscheidung von Präsident Barack Obama, der nach seinem Amtsanritt 2009 die Verhörprogramme verboten hatte.

Laut des Senatsberichts wurden weit über 100 Gefangene geschlagen und erniedrigt, es gab bis zu eine Woche
Schlafentzug sowie entwürdigende rektale Ernährung bei Hungerstreiks ohne medizinische Notwendigkeit.