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Marrakesch ehrt Jugenddrama "Corrections Class" vom Russen Ivan Tverdovsky

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Marrakesch ehrt Jugenddrama "Corrections Class" vom Russen Ivan Tverdovsky

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Jury-Präsidentin Isabelle Huppert gab den diesjährigen Sieger von Marrakesch bekannt. Der Hauptpreis der 14. Ausgabe des Film Festivals, der Goldene Stern, ging an das Jugenddrama "Corrections Class

Jury-Präsidentin Isabelle Huppert gab den diesjährigen Sieger von Marrakesch bekannt. Der Hauptpreis der 14. Ausgabe des Film Festivals, der Goldene Stern, ging an das Jugenddrama "Corrections Class" vom Russen Ivan Tverdovsky, ein Film über Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen, die in eine sogenannte “Korrekturklasse” abgeschoben werden.

Der Regisseur bedankte sich via Skype für die Auszeichnung. “Ich drehe gerade meinen neuen Film in Moskau. Es tut mir sehr leid, dass ich nicht da bin, ich fühle mich sehr geehrt durch die Einladung und den Preis.”

Der Preis der Jury ging an "Chrieg" vom Schweizer Simon Jaquemet. Der Film handelt von einem rebellierenden Jungen, der ins Erziehungsheim in die Berge geschickt und dort von anderen Jugendlichen misshandelt wird.

Simon Jaquemet: “Ich wollte das Thema Jugendgewalt behandeln und mit dem Bild von der Hütte in der Bergwelt verbinden. Ich bin normalerweise ein netter Mensch, aber während des Drehs war ich mitunter richtig gemein.”

Der Preis für den besten Regisseur ging an den Inder Aditya Vikram Sengupta für sein Spielfilmdebüt “Labour of Love”. Der Streifen zeichnet das Porträt zweier Menschen, die sich in Kalkutta durch den harten Alltag kämpfen und von einem besseren Leben träumen. In Abwesenheit des Regisseurs nahm dessen Bruder Shetty Sengupta die Auszeichnung entgegen.

Shetty Sengupta: “Wirklich schade, dass Aditya nicht hier sein kann. Dafür bin ich da, was fast genauso gut ist, denn wir sind aus demselben Holz geschnitzt. Es ist großer Augenblick für das indische Kino und ich bin froh, auf meine Weise dazu beizutragen.”

Der Preis für die Beste Schauspielerin ging an Clotilde Hesme in "Le Dernier Coup de marteau" von Alix Delaporte. Der Film handelt von der schwierigen Identitätssuche eines Jungen, der mit seiner Mutter unter ärmlichen Bedingungen lebt und die Annäherung an den fernen Vater, einen Dirigenten, sucht.

Clotilde Hesme: “Ich habe selten mit einem Regisseur oder einer Regisseurin so viel Entgegenkommen und viel Vertrauen erlebt wie mit Alix Delaporte. Sie hat mir voll und ganz vertraut. Ich spürte, dass wir dabei waren, einen großen Film zu drehen.”

Der Preis für den besten Schauspieler ging an den jungen Schweizer Benjamin Lutzke, der in in “Chrieg” von seinen Altersgenossen wie ein Hund angekettet, ums nackte Überleben kämpfen muss.

Benjamin Lutzke: “Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich zittere immer noch. Ich habe noch nie etwas gewonnen. Das ist mein erster Film. ich furchtbar aufgeregt.”

Chris Cummins, euronews: “Das war’s vom Internationalen Filmfestival in Marrakesch in diesem Jahr. Alle hier gezeigten Filme sind ein weiterer Beitrag zum reichhaltigen Kino-Welterbe. Bleibt nur zu hoffen, dass trotz Wirtschaftskrise auch weiterhin qualitativ anspruchsvolle und nachdenkliche Filme gedreht werden. Mehr gibt es wohl nicht zu sagen oder zu tun, außer vielleicht, die Krawatte zu lockern und in das Nachtleben dieser faszinierenden Stadt einzutauchen.”