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Russen unter Schock: Rubel-Verfall trifft Finanzsystem ins Mark

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Russen unter Schock: Rubel-Verfall trifft Finanzsystem ins Mark

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Der Rubel fällt ins Bodenlose und zieht die Moskauer Börse mit sich. Die russische Währung sank zeitweise auf 80 Dollar, der Euro kostete sogar 100 Rubel. Später legte er allerdings wieder etwas zu. Damit hat der Zinsschritt der russischen Notenbank seine Wirkung verfehlt. Sie hatte in der Nacht zum Dienstag in einem überraschenden Schritt ihren Leitzins um 6,5 Punkte auf 17 Prozent erhöht. Die Moskauer Börse gab um mehr als 12 Punkte nach. Notenbank-Chefin Elvira Nabiullina betonte, die Hauptgründe für den derzeitigen Verfall der nationalen Währung seien der niedrige Ölpreis und die fehlende Möglichkeit für russische Banken, Finanzierungen bei internationalen Banken zu suchen. Für die ohnehin angeschlagene Konjunktur Russlands ist der Zinssprung ein weiterer Schlag, weil höhere Zinsen den privaten Verbrauch und die Investitionen der Unternehmen zusätzlich belasten dürften. Die Verluste des Rubels in den zurückliegenden Monaten sind gewaltig. Seit Jahresbeginn hat er mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Wichtigste Gründe sind die Wirtschaftssanktionen des
Westens wegen der Ukraine-Krise und der Verfall der Rohölpreise. Die
Wirtschaft und der Staatshaushalt Russlands sind auf hohe Einnahmen
aus dem Ölexport angewiesen.