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"Neues Kapitel": Obama will Embargo gegen Kuba aufheben lassen

US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, die Beziehungen zu Kuba zu normalisieren. Die USA würden dazu eine Botschaft in Havanna eröffnen. Seit

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"Neues Kapitel": Obama will Embargo gegen Kuba aufheben lassen

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US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, die Beziehungen zu Kuba zu normalisieren. Die USA würden dazu eine Botschaft in Havanna eröffnen. Seit 1961, kurz nach der kubanischen Revolution, bestehen keine direkten diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern mehr.

Die Reisefreiheit und Geldtransfers sollen erleichtert, amerikanischen Firmen und Investoren der Zugang zu Kuba ermöglicht werden. Außerdem will die US-Regierung prüfen, Kuba von der Liste der Staaten zu nehmen, die Terrorismus unterstützen.

Obama sagte in Washington, er werde sich an den Kongress wenden und auf eine Aufhebung des geltenden Embargos hinwirken.

Die Erklärung der Annäherung war beidseitig vorbereitet worden. Zeitgleich mit Obama sprach Kubas Staatschef Raul Castro in Havanna. Er dankte unter anderem dem Papst für seine Einsatz für die gegenseitige Freilassung von Gefangenen.

Castro bestätigte die Freilassung dreier Kubaner, die 2001 in den USA wegen Spionage verhaftet wurden. Kuba setzte seinerseits den seit fünf Jahren inhaftierte US-Bürger Alan Gross auf freien Fuß.

Foto: Reuters

Ihm war vorgeworfen worden, die kubanische Opposition gegen die sozialistische Regierung unterstützt zu haben.

Obama sagte, die gemeinsame Geschichte versuchter Regierungsumstürze und Feindseligkeiten erkläre sich vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Die gegenseitigen Abgrenzung sei nun aber ein Anachronismus: Immerhin pflegten die USA schon seit Jahrzehnten normale Beziehungen mit China und Vietnam, so Obama.

Das Verhältnis der beiden Länder ist seit der Kubanischen Revolution 1959 sehr angespannt. Im folgenden Jahr verhängten die USA ein Handelsembargo, das US-Präsident Bill Clinton 1994 noch einmal verschärfte.